Rüdiger Kapitza DMG Mori

Rätselraten um Dr. Rüdiger Kapitza: Taucht der ehemalige DMG Mori-AG-Chef trotz Dementi wie einst geplant in neuer Position im Konzern auf? - Bild: DMG Mori

Für hohen Wellenschlag sorgte der Konzernchef seit einigen Jahren durch den aktiven Ausbau der strategischen Partnerschaft mit dem japanischen Werkzeugmaschinenbauer Mori Seiki. Zunächst lief dabei allem Anschein nach alles nach den Plänen Kapitzas.

Doch jüngst stockten die Japaner ihren Anteil an der deutschen AG auf 75  Prozent auf. Dies kam laut Meinung eines Insiders doch überraschend. Nur wenige Tage später folgte die Meldung, dass Kapitza das Unternehmen verlässt.

Ohnehin bleiben die tieferen Gründe für den 'Ausverkauf' der deutschen Aktiengesellschaft unklar. Denn über viele Jahre galt das Motto: 'Gildemeister ist Kapitza'. Seit seinem Amtsantritt 1996 hat er aus einem kränkelnden Unternehmen einen der weltweit größten und erfolgreichsten Werkzeugmaschinenbauer gemacht. Stets stand er im Rampenlicht der Öffentlichkeit und vermittelte überzeugend das Bild, seinen Konzern fest im Griff zu haben.

'Gildemeister ist Kapitza'

Zunächst schien es so, dass Kapitza als Direktor und Verwaltungsratsvorsitzender des japanischen Mutterkonzerns DMG Mori Ltd., Nagoya, in Bälde wieder auftaucht. Laut einem Bericht der 'Neue Westfälische' sei davon laut einer Sprecherin des Unternehmens derzeit keine Rede mehr: "Dr. Kapitza hat alle Ämter bei DMG Mori niedergelegt und weitergehende Pläne sind derzeit kein Thema", hieß es. Auch der Insider berichtet Produktion gegenüber, dass Kapitza jetzt bereits in Liechtenstein sei.

Kapitza gehört ohne Zweifel zu den schillerndsten Figuren des deutschen Maschinenbaus. Den Erfolg seines Unternehmens ließ er sich fürstlich honorieren. Seine Gesamtvergütung war 2015 um über 100 Prozent auf 6,85 Millionen Euro mehr als verdoppelt worden. Damit verdiente er mehr als so mancher Vorstandvorsitzender eines DAX-Konzerns. Kapitza hat sein Unternehmen in all den Jahren auch in Krisenzeiten souverän gesteuert.

Eng wurde es für ihn, als 2007 die Bielefelder Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts auf Korruption, Untreue und Steuerhinterziehung ermittelte. 2010 wurden die Ermittlungen dann eingestellt, da kein einziger Vorwurf haltbar gewesen sei.

Über sein Privatleben ist indes kaum etwas zu erfahren. Außer, dass er Familie hat und gerne Porsche fährt.