Stabswechsel beim schwedischen Lastwagenhersteller Volvo. Der Chef der Volkswagen-Tochter Scania,

Stabswechsel beim schwedischen Lastwagenhersteller Volvo. Der Chef der Volkswagen-Tochter Scania, Martin Lundstedt, wird Nachfolger des angeschlagenen Vorstandsvorsitzenden Olof Persson. - Bild: Scania

Stabswechsel beim schwedischen Lastwagenhersteller Volvo. Der Chef der Volkswagen-Tochter Scania, Martin Lundstedt, wird Nachfolger des angeschlagenen Vorstandsvorsitzenden Olof Persson.

Bereits im März gab es Berichte, wonach Volvo-Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg zunehmend unzufrieden mit der Entwicklung des Konzerns wurde und sich nach Ersatz für Persson umschaute. Der Konzernchef stand unter Druck, da der vor drei Jahren eingeschlagene Sparkurs nach Auffassung des Aufsichtsrats noch zu wenig Wirkung zeigte.

Finanzvorstand Jan Gurander werde vorübergehend die Konzernleitung übernehmen, bis Lundstedt im Oktober an die Spitze wechsele, teilte der in Göteborg ansässige Autobauer am Mittwoch mit.

Überraschend zog der Konzern auch seine Bilanzvorlage vor. Im ersten Quartal profitierte Volvo AB demnach von Wechselkursschwankungen und Spartenverkäufen und steigerte seinen Nettogewinn deutlich auf 4,25 Milliarden Schwedische Kronen (umgerechnet rund 456 Millionen Euro). Der Umsatz stieg auf 74,8 Milliarden Kronen nach 65,6 Milliarden Kronen im Vorjahr.

“Nach drei Jahren mit Hauptaugenmerk auf Produkterneuerung, interner Effizienz und Restrukturierung tritt Volvo Group allmählich in eine neue Phase mit einem intensiveren Fokus auf Wachstum und erhöhte Rentabilität”, sagte Svanberg.

Der Lkw-Absatz stieg im ersten Quartal um 3 Prozent. Die starke Performance in Nordamerika wurde von dem schwächelnden Geschäft in Südamerika absorbiert. Der Lkw-Markt in Europa blieb größtenteils unverändert, wie das Unternehmen mitteilte.

An der Börse dürften Zahlen und Personalie honoriert werden. Volvo-Aktien dürfte 6 bis 7 Prozent zulegen, erwartet Hampus Engellau, ein Analyst bei Handelsbanken. Die Zahlen zur Profitabilität hätten überzeugt, zudem sei Lundstedt der richtige Mann für Volvo in einer Zeit, in der das Unternehmen sich wieder auf den Verkauf seiner Lastkraftwagen konzentrieren müsse und zugleich die Kosten im Blick und die Strukturen einfach halten müsse, so Engellau.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke