Systaic Gründer Michael Viktor Kamp übernimmt den Vorstandsvorsitz des Düsseldorfer Unternehmens

Systaic Gründer Michael Viktor Kamp übernimmt den Vorstandsvorsitz des Düsseldorfer Unternehmens

DÜSSELDORF (fr).  Der 62-jährige  Kamp hat Systaic 2004 gegründet und als Geschäftsführer der systaic Deutschland GmbH das Systaic Energiedach, ein dachintegriertes Energiesystem, zur Marktreife gebracht. Bereits vor dem Börsengang des Unternehmens 2007 hatte er sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, blieb aber als Berater und größter Aktionär der systaic AG weiterhin verbunden. Der bisherige CEO Michael Pack übernimmt im Vorstand den Bereich Marketing und Vertrieb.
Der Eintritt des Gründers in den Vorstand fällt nach Aussagen des Unternehmens in eine von Herausforderungen geprägte Unternehmensphase. „Die systaic AG ist aus heutiger Sicht insbesondere wegen des intensiv betriebenen Kraftwerksgeschäfts in eine deutliche Schieflage geraten“, konstatiert Kamp. „Schon Anfang 2009 hatte sich abgezeichnet, dass das Unternehmen überaus schnell gewachsen ist und zu einem Höhenflug angesetzt hat, von dem auch ich als Hauptaktionär mich habe anstecken lassen. Mit dem Bau und Verkauf von Großprojekten auf der grünen Wiese ließen sich schnell hohe Umsatzvolumina erzielen, allerdings stieg dadurch gleichzeitig auch der Finanzierungsbedarf, der in der Folge der Finanzkrise nunmehr schwer zu decken war. Jetzt gilt es, sich auf die Wurzeln des Unternehmens zu besinnen und in den kommenden Monaten Solidität und volle Transparenz im Sinne aller Stakeholder des Unternehmens herzustellen. Dieser Herausforderung und Verantwortung werde ich mich nach besten Kräften widmen.“

Der neue Vorstandsvorsitzende hat zur Unterstützung der geplanten Neuausrichtung mit sofortiger Wirkung Hawkpoint als Restrukturierungs- und Finanzberater mandatiert. Hawkpoint ist ein führender unabhängiger Corporate Finance-Berater, spezialisiert auf Restrukturierungen, Finanzierungsberatung und Mergers & Acquisitions.

Das Systaic Energiedach

Ausschlaggebend für den künftigen Erfolg ist das Systaic Energiedach, welches als Kernprodukt des Unternehmens definiert wurde. Damit besinnt sich das Unternehmen zurück auf seine Wurzeln: „Wir verfügen mit unserem vielfach ausgezeichneten Dach über ein komplettes Energiesystem zur
Erzeugung von Strom und Wärme. Zusammen mit komplementären Produkten wie intelligenten BUS-Systemen, Speichern und Baumaterialien kann man damit bereits heute den Energiebedarf eines Einfamilienhauses vollständig decken“, erklärt der neue Vorstandsvorsitzende.

Zudem hat das Systaic Energiedach nicht zuletzt aufgrund der politischen Rahmenbedingungen gute Erfolgsaussichten: Das EU-Parlament hatte im Mai 2010 mit der Verabschiedung der neuen Gebäuderichtlinie die energetischen Anforderungen bei Neubauten und Sanierungen deutlich verschärft; künftig sollen europaweit alle neu errichteten Gebäude mindestens so viel Energie
erzeugen wie sie verbrauchen. Wohnhäuser, ob Neu- oder Bestandsbauten, die mit einem Energiedach anstelle eines Ziegeldachs ausgestattet sind, erfüllen bereits heute diese verschärften Richtlinien.

Umsatzprognose

Aufgrund der aktuellen Veränderung im Vorstand wird der Bericht zum ersten Halbjahr 2010 am 31. August veröffentlicht werden. Die vorläufigen Halbjahreszahlen liegen indes vor. Sie reflektieren den bereits konsequent begonnenen Restrukturierungskurs und die Neuausrichtung des Unternehmens, welche unter anderem zu Veräußerungen und Neubewertungen von Tochterunternehmen führt. Bei einem Umsatz von rund 14 Mio. Euro (30. Juni 2009: 120,9 Mio. Euro) beträgt das Konzernergebnis
vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach vorläufigen Berechnungen rund -28 Mio. Euro (30. Juni 2009: 3,8 Mio. Euro). Die Bilanzsumme des Konzerns erreichte zum 30. Juni 2010 rund 146 Mio. Euro nach 150,7 Mio. Euro zum Halbjahr 2009. Mit einem Konzern-Eigenkapital von rund 58 Mio. Euro (30. Juni 2009: 65,3 Mio. Euro) wies SYSTAIC zum 30. Juni 2010 eine Eigenkapitalquote von rund 40 % aus (30. Juni 2009: 43,4 %).

Die Gesamtjahresprognose für das laufende Geschäftsjahr muss aufgrund der bisherigen Geschäftsentwicklung des Systaic-Konzerns angepasst werden. Das bisher für 2010 kommunizierte Umsatzziel von 250 bis 260 Mio. Euro schloss mehrere Großprojekte ein, deren Realisierung nicht mehr möglich ist. Die Umsatzerwartung liegt nunmehr zwischen 25 und 35 Mio. Euro. Von einem positiven Konzernergebnis nach Steuern kann momentan nicht mehr ausgegangen werden. Eine detailliertere Prognose kann erst im weiteren Jahresverlauf abgegeben werden. Der Vorstand geht allerdings davon aus, bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres die erste Restrukturierungsphase erfolgreich abgeschlossen zu haben und für 2011 eine positive Entwicklung vermelden zu können.