Gegen Daimler-Chef Dieter Zetsche war ein formelles Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung

Gegen Daimler-Chef Dieter Zetsche war ein formelles Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung in Zusammenhang mit einem Unfall auf einer Teststrecke in Papenburg eingeleitet worden (Bild: Daimler AG).

OSNABRÜCK (Dow Jones/ks)–Eine Verletzung der Aufsichtspflicht seitens leitender Daimler-Mitarbeiter sei nicht festzustellen, befand das Gericht am Montag. Bei dem Unfall auf der Teststrecke in Papenburg war vor einem Jahr ein 27-jähriger Ingenieur ums Leben gekommen, als ein Praktikant mit einem Testwagen mit hoher Geschwindigkeit auf den langsam fahrenden Pkw des Ingenieurs auffuhr. Der Praktikant ist bereits wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Eltern des Getöteten sahen allerdings auch die Daimler AG in der Verantwortung und warfen ihr eine Verletzung der Aufsichtspflichten vor.

Dies sah die Staatsanwaltschaft anders. “Entgegen der Ansicht der Eltern ist der Unglücksfahrer vor Beginn der Testfahrten umfassend eingewiesen und geschult worden,” hieß es in der Begründung. Der Fahrer sei mit den örtlichen Gegebenheiten gut klar gekommen und nicht überfordert gewesen. Der Unfall sei auf ein Augenblicksversagen zurückzuführen.

Am Freitag hatte eine Daimler-Sprecherin gesagt, dass der Konzern damit rechnet, das Zetsche von den Vorwürfen freigeprochen wird.