Volkswagen verstärkt seinen Einfluss bei Porsche. Der bisherige Leiter der VW-Produktstrategie, Matthias Müller, soll neuer Vorstandsvorsitzender des Stuttgarter Sportwagenbauers werden, wie Porsche am Dienstag mitteilte.

WOLFSBURG (Dow Jones/ks)–Dafür holt Volkswagen den bisherigen Porsche-Vorstandsvorsitzenden Michael Macht als Produktionsvorstand zu Europas größtem Automobilbauer. Der amtierende VW-Produktionsvorstand Jochem Heizmann soll dem Wolfsburger Konzern zufolge das neu geschaffene Vorstandsressort Nutzfahrzeuge leiten.

Müller, ein enger Vertrauter des Volkswagen-Vorstandvorsitzenden Martin Winterkorn, kennt die Produktplanungen bei VW und Audi, was ihm bei der Integration von Porsche in den VW-Konzern zu Gute kommen könnte. Winterkorn dringt darauf, kleinere Porsches auf Basis vorhandener VW-Technik zu bauen, etwa einen neuen kleinen Geländewagen. In Stuttgart gibt es jedoch Befürchtungen, die Marke zu beschädigen. Die Sportwagenschmiede soll ab 2011 als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden.
Macht hatte nach dem Abgang von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking vor einem Jahr die Leitung des Sportwagenbauers übernommen und den Konzern mit ruhiger Hand geführt. Zudem konnte er mit der erfolgreichen Einführung der Luxuslimousine Panamera glänzen.
Porsche hatte bis zum Sommer vergangenen Jahres unter Führung von Wiedeking versucht, den VW-Konzern mit Hilfe riskanter Spekulationsgeschäfte zu übernehmen. Der Angriff scheiterte und im Gegenzug musste VW den hoch verschuldeten Sportwagenbauer stützen. Nun werden beide Autobauer unter Führung von VW bis 2011 verschmolzen.

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