Wolfsburger Machtspiele: Bei der Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums am vergangenen Donnerstag

Wolfsburger Machtspiele: Bei der Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums am vergangenen Donnerstag wäre es fast zu einem Aufstand gegen den Vorsitzenden Ferdinand Piëch gekommen. - Bild: VW

Der Führungsstreit im VW-Konzern wurde einem Zeitungsbericht zufolge sehr intensiv geführt. Bei der Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums am Donnerstag wäre es fast zu einem Aufstand gegen Ferdinand Piëch gekommen.

Das berichtet die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.

Piëch habe sich zunächst hartnäckig geweigert, Vorstandschef Martin Winterkorn im Amt zu belassen und einer entsprechenden Erklärung der übrigen fünf Mitglieder zuzustimmen. Er habe Zugeständnisse eingefordert, welche die anderen fünf Aufsichtsräte jedoch abgelehnt hätten. Sie seien sogar bereit gewesen, Piëch notfalls zum Rücktritt aufzufordern. Erst am Freitag habe der Patriarch eingelenkt, weshalb die Pressemitteilung auch erst dann habe verschickt werden können.

Ein Volkswagen-Sprecher wollte sich zu dem Bericht auf Anfrage von “Dow Jones Newswires” nicht äußern.

Das Präsidium des Aufsichtsrates hatte am Freitag erklärt, Winterkorn sei “der bestmögliche Vorsitzende des Vorstands” und trat damit den Diskussionen um den Vorstandschef entgegen, die Aufsichtsratschef Piëch erst eine Woche zuvor mit seiner öffentlichen Distanzierung von Winterkorn ausgelöst hatte. Das Präsidium kündigte darüber hinaus den Vorschlag an, Winterkorns bis zum Ende des Jahres 2016 laufenden Vertrag zu verlängern.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke