Produktion von gasisolierten Hochspannungs-Schaltanlagen am ABB-Standort Hanau-Großauheim: Vor

Produktion von gasisolierten Hochspannungs-Schaltanlagen am ABB-Standort Hanau-Großauheim: Vor allem die Industriesektoren trugen zu dem unerwartet guten Ergebnis bei (Bild: ABB).

ZÜRICH (Dow Jones/ks)– Der Nettogewinn kletterte nach Angaben des Konzerns vom Donnerstag um 43% auf 893 Mio Dollar. Analysten hatten unter dem Strich lediglich mit 857 Mio Dollar gerechnet. Die positive Entwicklung beruhe vor allem auf einem kräftigen Wachstum in den Industriesektoren, erklärten die Schweizer das deutliche Gewinnplus. Zudem habe die Sparte Energietechniksysteme das Ergebnis verbessert. Die im vergangenen Jahr übernommen Unternehmen – insbesondere Baldor Electric – hätten ebenfalls zum Gewinnanstieg beigetragen.

Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 17% auf 9,68 Mrd Dollar, der Auftragseingang stieg um 18% auf 9,86 Mrd Dollar. Die Marktbeobachter hatten dem Konzern mit Sitz in Zürich lediglich einen Umsatz von 9,19 Mrd Dollar zugetraut.

Sowohl in Europa und Nordamerika als auch in den Schwellenländern seien Zuwächse erzielt worden, so ABB und fügte an, dass die Kunden vor allem verstärkt in Roboter, energieeffiziente Motoren und Niederspannungssysteme investierten. Gleichzeitig hätten Kapazitätserweiterungen und eine hohe Nachfrage nach Serviceleistungen für einen verbesserten Auftragseingang aus dem Öl- und Gassektor, der Papier- und Zellstoffindustrie und der Metall- und Schiffbauindustrie gesorgt. Zudem sorge der wachsende Energiebedarf, insbesondere in den Schwellenmärkten, zu einer höheren Nachfrage nach Stromverteilungslösungen.

Zum Ausblick erklärte CEO Joe Hogan: “Wir gehen nach heutigem Kenntnisstand trotz der zugenommen Sorgen um Staatssschulden und Inflation weiterhin von einer anhaltend lebhaften Nachfrage zur Steigerung der Produktivität und Energieeffizienz in der Industrie und einer Erholung im Stromübertragungsgeschäft in der zweiten Jahreshälfte aus.” Mittelfristig dürften die Schwellenländer die wichtigsten Wachstumstreiber bleiben. In den kommenden Quartalen rechnet der Manager jedoch auch in den entwickelten Märkten mit einer stetig wachsenden Nachfrage nach dem gesamten ABB-Portfolio.

Der Siemens-Wettbewerber ABB bietet neben Energietechnik-Produkten und -Systemen unter anderem auch Niederspannungsprodukte und Prozessautomation an. Siemens veröffentlicht das Ergebnis für das abgelaufene Quartal am 28. Juli.