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Die Deutsche See hat gegen Volkswagen eine Klagen wegen arglistiger Täuschung eingereicht.- Bild: Deutsche See

Das Unternehmen, das als Einzelkläger auftritt, hatte nach eigenen Angaben zuvor vergeblich versucht, sich mit VW auf einen gemeinsamen Weg zu verständigen. Deutsche See sei die Partnerschaft mit VW nur eingegangen, weil VW das umweltfreundlichste, nachhaltigste Mobilitätskonzept versprochen habe. Laut einem Medienbericht klagt der Fischhändler auf eine Schadenersatz-Summe von rund 11,9 Millionen Euro.

Wie der Fischhändler berichtet, habe die Deutsche See 2010 den Nachhaltigkeitspreis verliehen bekommen, denn der Geschäftsführung des Unternehmens sei die Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfung des Unternehmens sehr wichtig. In den Jahren 2009/2010 hatte Deutsche See lait Pressemitteilung den Entschluss gefasst, den gesamten Nutzfahrzeug- und PKW-Bereich auf eine ganzheitliche, schadstoffarme sowie elektroangetriebene Flotte umzustellen.

Nach mehreren Gesprächen hierüber hätte der Volkswagenkonzern Deutsche See nicht nur versichert, eine Flotte, die diesen Zielen entspricht, liefern zu können, sondern es sei auch besprochen und vereinbart worden, dass beide Unternehmen zusammen die umweltfreundliche und zukunftsweisende Mobilität weiter entwickeln wollen. Nur deshalb habe Deutsche See ihre gesamte Flotte auf den Volkswagenkonzern umgestellt. Auch auf einer der Internetseiten der Volkswagen AG seien die Ziele der Partnerschaft dargestellt und eine Kommunikations-Kampagne entwickelt worden.

Der Volkswagenkonzern habe Deutsche See über den Einsatz von bewusst manipulierender „Defeat Device“-Technik in Dieselfahrzeugen nicht aufgeklärt und damit nach Meinung des Fischhändlers gegen den Geist der gemeinsamen Vereinbarungen verstoßen. Auch im Übrigen seien vereinbarte Projekte, wie Elektro-Fahrzeuge oder die Verringerung der Umweltbelastung in der Fahrzeugflotte ausschließlich von Deutsche See - ohne jegliche Unterstützung durch VW - umgesetzt worden. Erst in 2016 habe Volkswagen ernsthaft begonnen, E-Mobilität weiterzuentwickeln.

Die Gespräche konnten laut Deutsche See nicht mehr mit den zuständigen Managern bei VW geführt werden, da diese durch Juristen und PR-Manager ersetzt wurden. 

Weil Gespräche mit VW über eine gütliche Einigung gescheitert sind, hat die Geschäftsführung von Deutsche See sich laut Pressemitteilung nach Anfechtung der Verträge mit VW numehr entschlossen, Ansprüche auf Rückzahlung gerichtlich gegen VW geltend zu machen.

Egbert Miebach, Geschäftsführender Gesellschafter von Deutsche See, über die Gründe: „Wir sind tief enttäuscht über VW und fühlen uns hingehalten und betrogen, da die gemeinsam angedachte Partnerschaft im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität nur von unserer Seite eingehalten wurde. Entsprechende Gespräche, dieses zu verändern, wurden von Seiten VW abgeblockt. Deutsche See bekennt sich in allen Unternehmensbereichen zur Nachhaltigkeit, sodass wir Klage am 3. Februar 2017 gegen die Volkswagen AG eingereicht haben.“

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