Der europäische Fluggesellschaftsverband AEA verliert ein weiteres Mitglied. Nach IAG verlässt

Der europäische Fluggesellschaftsverband AEA verliert ein weiteres Mitglied. Nach IAG verlässt auch die deutsche Fluglinie Air Berlin den Verband. - Bild: Air Berlin/Thomas Schuhmacher

Der europäische Fluggesellschaftsverband AEA verliert ein weiteres Mitglied. Nach IAG, der Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, verlässt auch die deutsche Fluglinie Air Berlin den Verband.

Im Streit um den Umgang mit konkurrierenden Airlines aus dem Nahen Osten trennen sich die Wege der von Air Berlin und Association of European Airlines (AEA).

Kritik der deutschen Fluglinie

Wie IAG kritisiert auch Air Berlin die protektionistische Luftverkehrspolitik in Europa und plädiert stattdessen für die Liberalisierung zwischenstaatlicher Abkommen, was aus Sicht der deutschen Airline eine weitere Konsolidierung der Branche sowie neue Geschäftsmodelle fördern würde. Der AEA lasse sich dagegen von Fluggesellschaften treiben, “die eine neue Mauer um Europa bauen wollen”, so Air Berlin.

kein reibungsloser Ablauf

Zahlreiche europäische Airlines sind mit den schnell expandierenden Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten wie Emirates, Etihad und Qatar aneinandergeraten. Sie kritisieren deren Wachstumstempo und Methoden. Air France-KLM und Deutsche Lufthansa, die Teile ihres Asien-Verkehrs an die staatlichen Golf-Airlines verloren haben, fordern von nationalen Regierungen und der Europäischen Union, deren Wachstum einzugrenzen. Sie begründen ihr Anliegen mit dem Vorwurf, dass die Gesellschaften aus dem Nahmen Osten unfaire staatliche Unterstützung genießen.

Die Auseinandersetzung tobt mittlerweile auch in den USA, wo Gesellschaften wie Delta Air Lines die Regierung auffordern, dem Wachstum der Golf-Airlines einen Riegel vorzuschieben. Diese dementieren, dass sie subventioniert werden.

Die AEA fordert die Regierungen Europas auf, Regierungen von außerhalb der EU davon abzubringen, eine diskriminierende Politik zu verfolgen und den Wettbewerb unter internationalen Airlines zu stören.

Die beiden aus dem Verband austretenden Airlines haben selbst Verbindungen in den Nahen Osten. An IAG ist Qatar Airways mit 10 Prozent beteiligt, und Air Berlin hat mit Etihad einen Großaktionär aus Abu Dhabi. Die Araber halten 29,2 Prozent an Deutschlands zweitgrößter Airline.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht