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Der Airbus-Konzern will mit 3D-Druckern Bauteile für Flugzeuge produzieren. - Bild: Airbus

Airbus-Manager Peter Sander mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker. - Bild: Airbus
Airbus-Manager Peter Sander mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker. - Bild: Airbus

Am Mittwoch hat Airbus im niedersächsischen Varel mit dem industriellen Einsatz von 3D-Druckern in der Produktion begonnen.

Hier werden zunächst doppelwandige Benzinrohre aus Titan gedruckt. „Das ist ein echter Meilenstein, zumal sich die Kosten dadurch halbieren“, sagte Airbus-Manager Peter Sander.

Weil Titan deutlich leichter ist als der bisher für die Rohre verwendete Guss wäre eine Erhöhung der Passagierzahlen bei gleichem Treibstoffverbrauch denkbar.

Bisher hat der Flugzeugbauer seine Bauteile komplett von Zulieferern bezogen. Den 3-D-Druck soll die Airbus-Tochter Premium Aerotech (PAG) künftig übernehmen.

"Der 3D-Druck wird massiv nicht nur unsere Produkte ändern, sondern auch zu völlig veränderten Geschäftsmodellen führen", glaubt der Manage und ist überzeugt, dass Metall dadurch wieder konkurrenzfähig zur Kunstfaser wird.

Technologiesprung

Ab Mitte 2016 will Airbus auch Bauteile aus Edelstahl und ab 2017 aus Aluminium herstellen. Für Ende 2015 soll vor Tausenden Zuschauern auf einer Messe in Las Vegas eine per 3-D-Druck produzierte Flugzeugtrennwand von 2,10 Meter Länge aus einem Stück hergestellt werden.

Neben dem 3-D-Druck, bei dem die Strukturen Schicht für Schicht aufgebaut werden, ermöglicht dieses Verfahren auch die sogenannte Bionik. Sie ahmt Strukturen aus der Natur industriell nach. Nach Angaben von Sander halbiert sich so das Gewicht der Teile.

Der Flugzeughersteller kooperiert beim 3D-Druck mit dem "Auto-Drucker" Local Motors, der bereits große Bauteile im 3-D-Drucker herstellt. Nach eigenen Angaben hat der Autohersteller in nur sechs Monaten das erste Auto aus einem 3-D-Drucker mithilfe von Spezialsoftware entwickelt und gefertigt.