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Airbus übernimmt Mehrheit an Jets der C-Serie von Bombardier. Der Deal ist auch eine Ansage in Richtung Boeing und die US-Regierung, die hohe Zölle auf die Jets der Kanadier erheben will. - Bild: Pixabay

Laut Vereinbarung übernimmt Airbus 50,01 Prozent an der C Series Aircraft Limited Partnership (CSALP). Bombardier wird knapp 31 Prozent halten, Investissement Quebec 19 Prozent. Airbus wird nach eigenen Angaben Einkauf, Vertrieb und Marketing für die Jets der C-Serie, die 100 bis 150 Passagiere fassen, übernehmen.

Die Maschinen sollen weiterhin hauptsächlich in Kanada produziert werden, für Kunden aus den USA aber auch im Airbus-Werk im US-Bundesstaat Alabama. Airbus-Chef Tom Enders sagte, durch das Joint Venture könnten die Flugzeuge an US-Airlines ohne die von den USA angedrohten Zölle von 300 Prozent auf Importe der C-Serie verkauft werden.

Verschärfte Konflikte mit USA und Boeing

Mit dem Deal wird sich der Wettbewerb zwischen Airbus und Boeing verschärfen. Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada dürfte wieder aufflammen. Die USA beschuldigen Kanada der unzulässigen Staatshilfe.

Dementsprechend angefasst reagierte der US-Flugzeugbauer Boeing auf das Bündnis der Rivalen. "Das sieht nach einem fragwürdigen Deal zwischen zwei von staatlicher Seite massiv subventionierten Wettbewerbern aus, um die jüngsten Erkenntnisse der US-Regierung zu umgehen", teilte Boeing mit.

Das US-Handelsministerium hatte vorläufig Einfuhrzölle beschlossen, mit denen sich der Preis für die Jets der C-Serie von Bombardier vervierfachen würde. Zuvor hatte sich Boeing über Kampfpreise beschwert. Eine endgültige Entscheidung wird im kommenden Jahr erwartet.

Kanadische Regierung signalisiert Zustimmung

Der zuständige kanadische Minister Navdeep Bains kündigte an, die Vereinbarung gemäß den Vorschriften für Auslandsinvestitionen zu prüfen. Die Regierung hat das Recht, eine ausländische Übernahme oder Investition abzulehnen, wenn sie der Ansicht ist, dass die Transaktion der Wirtschaft des Landes keinen signifikanten Vorteil bringt. Bains sagte gleichwohl, dass der Deal dabei helfen könnte, die C-Serie erfolgreich zu positionieren. Er hob den verbesserten Marktzugang und das weltweite Vertriebsnetz der beiden Unternehmen hervor.

300 Millionen US-Dollar Förderung

Die kanadische Regierung hat Geld in die C-Serie gesteckt. Bombardier erhielt dieses Jahr knapp 300 Millionen US-Dollar für die Entwicklung. Allerdings hatte Bombardier 1 Milliarde gefordert.

Bombardier wird zwar nur einen Minderheitsanteil an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, hat sich aber bereit erklärt, im Bedarfsfall im ersten Jahr bis zu 350 Millionen US-Dollar in das Joint Venture zu stecken. Sollte auch im zweiten und dritten Jahr Geld benötigt werden, wird Bombardier noch einmal nachschießen. Dafür bekommen die Kanadier zusätzliche Anteile an der Partnerschaft, allerdings ohne Stimmrechte.

  • Mit einem Marktwert von 2,670 Milliarden Euro kommt United Technologies (im Bild die Tochter Pratt & Whitney) 2017 auf Platz 10 der wertvollsten Flugzeugbauer. - Quelle: Statista, Bild: United Technologies

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  • Platz 9 mit einem 2017er Marktwert von 2,895 Milliarden Euro geht an Safran. - Quelle: Statista, Bild: Safran

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  • Auf Platz 8 im Ranking der wertvollsten Flugzeugbauer kommt BAE. Der Hersteller des Hawk-Jets (Bild) ist demnach 2017 3.021 Milliarden Euro wert. - Quelle: Statista, Bild: BAE

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  • 3,094 Milliarden Euro ist Raytheon, Hersteller der Tomahawk Cruise Missile (Bild), 2017 wert. Das macht Platz 7 im Ranking. - Quelle: Statista, Bild: Raytheon

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  • Rolls Royce (nicht zu verwechseln mit dem zu BMW gehörenden Autohersteller gleichen Namens) war 2017 3,282 Milliarden Euro wert. Das macht für die Briten Platz 6 im Ranking der wertvollsten Flugzeughersteller. - Quelle: Statista, Bild: Rolls Royce

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  • Das Erdkampf-Flugzeug A10 (im Bild) ist eines der langlebigsten Produkte des Flugzeugherstellers Northrop Grumman. Die Amerikaner sind 2017 3,651 MIlliarden Euro wert - das macht Platz 5 im Ranking. - Quelle: Statista, Bild: Northrop Grumman

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  • 3,949 Milliarden Euro ist General Dynamics, Hersteller der im Bild befindlichen Gulfstream-Jets, im Jahr 2017 wert. Das macht Platz 4 im Ranking. - Quelle: Statista, Bild: General Dynamics

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  • Lockheed Martin ist 2017 rund 6,827 Milliarden Euro wert. Diesen Wert erreicht das Unternehmen unter anderem mit der F35 (im Bild die STOVL-Variante) und kommt damit auf Platz 4 im Ranking der wertvollsten Flugzeugbauer. - Quelle: Statista, Bild: Lockheed Martin

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  • Der europäische Flugzeug-Riese Airbus (im Bild der A350-1000 beim First Flight) kommt im Ranking der nach Markenwert größten Flugzeughersteller 2017 auf den zweiten Platz mit einem Wert von 8,211 Milliarden Euro. - Quelle: Statista, Bild: Airbus

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  • Uneinholbar auf Platz 1 der laut Marktwert wertvollsten Flugzeugbauer liegt Boeing - die Amerikaner kommen auf einen Wert von 14,531 Milliarden Euro im Jahr 2017. - Quelle: Statista, Bild: Boeing

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Einer der größten Deals der Geschichte

Bombardier-CEO Alain Bellemare sagte, die Umgehung der Zölle sei nicht die primäre Motivation für die Partnerschaft mit Airbus. "Wir tun dies, weil es der richtige strategische Deal für Bombardier ist", sagte der Manager. Er fügte gleichwohl hinzu, dass der Zugang um US-Werk von Airbus Bombardier erlaube, die Zölle zu meiden. Denn jedes dort produzierte Flugzeug gilt als heimisches US-Produkt.

Enders sagte, die Investition von Airbus bringe Sicherheit für eine Flugzeug-Baureihe, die seit Dezember keine Neuaufträge mehr an Land ziehen konnte. Die Kunden wollten die C-Serie gerne haben, hätten sich aber wegen Unsicherheit zurückgehalten.

Airbus und Bombardier hatten vor mehr als zwei Jahren schon über eine entsprechende Partnerschaft gesprochen. Laut Enders wurden die Verhandlungen damals abgebrochen, weil die neuen Maschinen noch nicht zertifiziert worden seien.

Es ist einer der größten Deals im Markt für Passagierflugzeuge seit der Übernahme von McDonnell Douglas durch Boeing im Jahr 1997.