Airbus A321

China bestellt bei Airbus 130 Flugzeuge, darunter 100 Maschinen der A320-Familie. Im Bild ein A321. - Bild: Airbus

Einige Millionen digitale Transaktionen laufen heute pro Sekunde in einem Weltkonzern wie Schaeffler ab. Die digitale Unterstützung sei heute in der Fertigung, Logistik, Forschung und Entwicklung oder im Personalwesen, Einkauf und Vertrieb Kernbestandteil der Wertschöpfung, teilte die Gruppe mit.

Diese überall entstehenden digitalen Welten mit ihren Informationen und Daten zu optimieren, zu synchronisieren und zusammenzuführen, sei die Aufgabe von Gerhard Baum, so eine Mitteilung. Er ist seit Oktober Chief Digital Officer bei der Schaeffler Gruppe. Diese neu geschaffene Funktion unterstreicht die Relevanz der Digitalisierung für Schaeffler. Mit einer eigenen digitalen Agenda wird der Technologiekonzern Zukunftsthemen wie Industrie 4.0, Internet of Things, Big Data, Cloud, Analytics und neue Geschäftsmodelle offensiv angehen und mitgestalten.

"In vielen Fachbereichen nutzt Schaeffler bereits digitale Methoden und ist hier schon weltweit führend - wie beispielsweise in der Oberflächentechnologie oder in der Produktionsoptimierung. So entwickelt der firmeneigene Maschinenbau zum Beispiel spezialisierte Software, die über entstehende Daten den Fertigungsprozess und dessen Verkettungen auf Spitzenniveau halten. Ich sehe hier enorm viel Potential für die digitale Zukunft, insbesondere durch die intelligente Verknüpfung dieser Daten aus unterschiedlichen Bereiche", so Baum.

Dabei verfolge man einen ganzheitlichen Ansatz. Die digitale Transformation werde vom Produkt über Prozesse und Technologien bis hin zum Service vor Kunden stattfinden. Dabei gehe es schrittweise um die Erstellung einer integrierten Datenbasis und die Nutzung mathematischer Algorithmen die aus der Transparenz der Daten heraus zusätzliche Wertschöpfung im Sinne von Qualität, Umsatzsteigerung und Kostenreduzierung ermöglichen.

Baum, der Luft- und Raumfahrt sowie Informatik studierte, ist überzeugt, dass die Digitalisierung die Arbeitswelt grundlegend ändern wird. Der Umgang mit Smartphones, Robotern und Apps in der Produktion werde in einigen Jahren selbstverständlich sein. Wichtig sei, sich diesen neuen Trends und Möglichkeiten nicht zu verschließen. Baum betont: "Wir wollen die Mitarbeiter mitnehmen auf diesem digitalen Weg. Eine konstante Weiterbildung, insbesondere der Mitarbeiter, die nicht mit dieser Technik groß geworden sind, ist enorm wichtig."

Industrie 4.0 sei keine ferne Vision mehr. Auf der EMO in Mailand präsentierte Schaeffler seine "Werkzeugmaschine 4.0". Das diese nicht nur unter Laborbedingungen funktioniert, beweist Schaeffler nach eigener Aussage mit dem Einsatz dieser Maschine in der laufenden Serienfertigung am Standort Höchstadt. Bestückt mit mehreren Dutzend neuer und zusätzlicher Sensoren, sammle die in Kooperation mit DMG MORI entwickelte Fräsmaschine ungewöhnlich viele Daten, die in der Cloud ausgewertet werden könnten.

Und erst kürzlich überreichte Stefan Müller, Bundestagsabgeordneter für Erlangen und Erlangen-Höchstadt sowie Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, den Zuwendungsbescheid für das Verbundprojekt "Smarte Dienstleistungsfabrik" an das Schaeffler-Projektteam.

Das Projekt hat das Ziel, die Masse der Daten sicher und transparent einzusetzen und über Unternehmensgrenzen hinweg nachhaltig zu nutzen. Schaeffler ist dabei Projektpartner zusammen mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit seiner in Nürnberg ansässigen Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS als Partner, und Siemens.

Schaeffler

Die China Aviation Supplies Holding Company (CAS) hat im Rahmen eines Wirtschaftsabkommens mit Airbus die Lieferung von 130 Flugzeugen vereinbart. Der Listenpreis der 100 Maschinen vom Typ A320 und der 30 A330 liegt bei 15,5 Milliarden Euro.

Das Abkommen wurde beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Reich der Mitte im Beisein der Kanzlerin und des chinesischen Regierungschefs Li Keqiang unterzeichnet.

Ein Airbus-Sprecher kommentierte das Abkommen: „Es ist einer der größten Aufträge, die China je abgeschlossen hat.“

"Wir sind CAS, einem unserer langjährigsten Kunden, für das anhaltende Vertrauen in Airbus, die vielseitige A330-Familie sowie die meistverkauften Modelle der A320-Familie dankbar", sagte Fabrice Brégier, Präsident und CEO von Airbus.