Der A400M ist das Sorgenkind bei Airbus. Trotz des Debakels um den Militärtransporter verdreifachte der Konzern im Jahr 2017 seinen Gewinn.

Der A400M ist das Sorgenkind bei Airbus. Trotz des Debakels um den Militärtransporter verdreifachte der Konzern im Jahr 2017 seinen Gewinn. - Bild: Airbus

Dennoch ließen die Gewinnentwicklung im Kerngeschäft und die Aussicht auf eine steigende Dividende die Anleger an der Börse frohlocken. Zum Handelsstart zog die Airbus-Aktie um rund 8 Prozent an und war damit mit Abstand Spitzenreiter im französischen Leitindex CAC-40 und im deutschen MDax.

Dabei sorgt auch der modernisierte Mittelstreckenjet A320neo, der sich so gut verkauft wie kein anderes Flugzeug, für Negativschlagzeilen. Bei einem Teil der Baureihe drohen die Triebwerke während des Flugs auszufallen. Laut Enders sind 32 ausgelieferte A320neo-Jets mit Antrieben der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney (P&W) von dem Problem betroffen, bei einem Drittel dieser Flieger geht es um beide Antriebe. Die Flugsicherheitsbehörden in Europa und den USA haben bereits Betriebseinschränkungen verhängt, manche der betroffenen Maschinen müssen am Boden bleiben.

Die Airbus-Führung macht es nun von der Lösung dieses Problems abhängig, ob sie ihr Ziel erreichen kann, in diesem Jahr insgesamt 800 Verkehrsflugzeuge auszuliefern. Denn auch beim Konkurrenzantrieb des Herstellers CFM, der bisher bei den meisten A320neo zum Einsatz kommt, habe es teilweise Probleme bei der Einsatzreife gegeben. Dennoch hatte Airbus 2017 mit insgesamt 718 ausgelieferten Verkehrsmaschinen einen Rekord aufgestellt - auch wenn der amerikanische Erzrivale Boeing weiter die Nase vorn hat.

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    Mit einem Marktwert von 2,670 Milliarden Euro kommt United Technologies (im Bild die Tochter Pratt & Whitney) 2017 auf Platz 10 der wertvollsten Flugzeugbauer. - Quelle: Statista, Bild: United Technologies

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    Platz 9 mit einem 2017er Marktwert von 2,895 Milliarden Euro geht an Safran. - Quelle: Statista, Bild: Safran

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    Auf Platz 8 im Ranking der wertvollsten Flugzeugbauer kommt BAE. Der Hersteller des Hawk-Jets (Bild) ist demnach 2017 3.021 Milliarden Euro wert. - Quelle: Statista, Bild: BAE

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    3,094 Milliarden Euro ist Raytheon, Hersteller der Tomahawk Cruise Missile (Bild), 2017 wert. Das macht Platz 7 im Ranking. - Quelle: Statista, Bild: Raytheon

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    Rolls Royce (nicht zu verwechseln mit dem zu BMW gehörenden Autohersteller gleichen Namens) war 2017 3,282 Milliarden Euro wert. Das macht für die Briten Platz 6 im Ranking der wertvollsten Flugzeughersteller. - Quelle: Statista, Bild: Rolls Royce

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    Das Erdkampf-Flugzeug A10 (im Bild) ist eines der langlebigsten Produkte des Flugzeugherstellers Northrop Grumman. Die Amerikaner sind 2017 3,651 MIlliarden Euro wert - das macht Platz 5 im Ranking. - Quelle: Statista, Bild: Northrop Grumman

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    3,949 Milliarden Euro ist General Dynamics, Hersteller der im Bild befindlichen Gulfstream-Jets, im Jahr 2017 wert. Das macht Platz 4 im Ranking. - Quelle: Statista, Bild: General Dynamics

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    Lockheed Martin ist 2017 rund 6,827 Milliarden Euro wert. Diesen Wert erreicht das Unternehmen unter anderem mit der F35 (im Bild die STOVL-Variante) und kommt damit auf Platz 4 im Ranking der wertvollsten Flugzeugbauer. - Quelle: Statista, Bild: Lockheed Martin

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    Der europäische Flugzeug-Riese Airbus (im Bild der A350-1000 beim First Flight) kommt im Ranking der nach Markenwert größten Flugzeughersteller 2017 auf den zweiten Platz mit einem Wert von 8,211 Milliarden Euro. - Quelle: Statista, Bild: Airbus

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    Uneinholbar auf Platz 1 der laut Marktwert wertvollsten Flugzeugbauer liegt Boeing - die Amerikaner kommen auf einen Wert von 14,531 Milliarden Euro im Jahr 2017. - Quelle: Statista, Bild: Boeing

Dem Triebwerkshersteller P&W tritt Airbus schon seit 2016 auf die Füße, weil die Lösung von Hitze- und Softwareproblemen an den Triebwerken die Auslieferung vieler Jets verzögerte. Dadurch wackelten Airbus' Auslieferungsziele auch 2017 bis kurz vor Jahresende. Derzeit stehen laut einem Sprecher erneut 30 praktisch fertige Maschinen ohne Antriebe auf dem Hof.

Beim A400M-Programm ist Airbus zuversichtlich, die verbleibenden Risiken durch eine Vertragsanpassung mit Deutschland und den anderen Käuferstaaten deutlich zu reduzieren. Eine Absichtserklärung, unter anderem den Zeitplan für die Auslieferung anzupassen, hatten beide Seiten kürzlich unterzeichnet. Die A400M gilt als modernstes militärisches Transportflugzeug der Welt. Der Flieger hatte aber in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme bereitet. Enders hatte dafür neben Technikärger auch eine "unrealistische Vertragsgestaltung sowie ein unzureichendes Budget" verantwortlich gemacht und die Käuferstaaten zu Zugeständnissen gedrängt.

Der Gewinnsprung im Jahr 2017 erklärt sich auch dadurch, dass Airbus im Jahr davor noch stärker unter den A400M-Problemen gelitten hatte - damals wurden Sonderbelastungen von 2,2 Milliarden Euro verbucht. Zudem profitierte Airbus im vergangenen Jahr vom Verkauf seines Verteidigungselektronik-Geschäfts. Airbus-Chef Enders zeigte sich insgesamt zufrieden mit den Jahresergebnissen: "Dank unserer sehr guten operativen Ergebnisse - insbesondere im letzten Quartal - haben wir all unsere Ziele für 2017 übertroffen", erklärte er.

Vor allem das zentrale Verkehrsflugzeug-Geschäft konnte dank der gesteigerten Produktion zulegen. Der um Sonderposten bereinigte operative Konzerngewinn (bereinigtes Ebit) wuchs um acht Prozent auf 4,25 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr will Konzernchef Tom Enders ihn um 20 Prozent steigern. Der Airbus-Umsatz blieb 2017 stabil bei 67 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen eine von 1,35 auf 1,50 Euro erhöhte Dividende erhalten.

Der Konzern steckt in turbulenten Zeiten: Korruptionsermittlungen in Großbritannien und Frankreich haben den Flugzeugbauer erschüttert. Zudem wird das Top-Management umgebaut, Konzernchef Enders scheidet im Frühjahr 2019 aus. Verkehrsflugzeugchef Fabrice Brégier, die Nummer zwei des Konzerns, übergibt seinen Job schon in diesem Monat an den bisherigen Chef der Hubschrauber-Sparte, Guillaume Faury.

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    Vor über hundert Jahren gründete Glenn L. Martin am 16. August 1912 die Firma Glenn L. Martin in Los Angeles, Kalifornien. Vier Monate später, am 19. Dezember 1912 gründeten Allan und Malcolm Lockheed die Alco Hydro-Airplane Company, die später in Lockheed Aircraft Company umbenannt wurde. Der Zusammenschluss zur Lockheed Martin Cooperation erfolgte 1955 - Bild: Lockheed Martin

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    Der Rüstungskonzern hat sich mittlerweile in verschiedenen Bereichen spezialisiert. Zum Produktporfolio gehören Flugzeuge, Raketen und Sensoren. In Zusammenarbeit mit Großbrittanien sollte das "Allzweckflugzeug" F-35 realisiert werden. - Bild: Lockheed Martin

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    Der umstrittene Kampfjet F-35 wird seit 2011 serienmäßig produziert. Der ursprünglich als Allzweckflugzeug geplante Jet wird mittlerweile in 3 Varianten hergestellt. Hauptabnehmer ist die US-amerikanische Air-Force. Bisher sind mehr als 200 Modelle auf dem Markt. - Bild: Lockheed Martin

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    Die Vorteile des Kampfjets sind, dass er nur eine kurze Startbahn benötigt und die Landung komplett senkrecht erfolgt. - Bild: Lockheed Martin

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    Der Rüstungskonzern nutz für die F-35 das Pratt & Whitney F135 Triebwerk mit Schwenkdüse und Hubfan. Der Schub beträgt 181,3 kN, ohne Nachbrenner nur 120 kN. - Bild: Lockheed Martin

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    Die Länge des Jets beträgt 15,57 Meter. In der Höhe misst das Flugzeug 4,57 Meter. Die Reichweite beträgt ungefähr 1.665 Kilometer - Bild: Lockheed Martin