Airbus erhöht kurz vor der Paris Air Show seine Langfristprognose um 4 Prozent. - Bild: Airbus

Airbus erhöht kurz vor der Paris Air Show seine Langfristprognose um 4 Prozent. - Bild: Airbus

Kurz vor Beginn der Paris Air Show erhöht auch Airbus seine Langfristprognose für den weltweiten Flugzeugmarkt.

Airbus-Chef Fabrice Brégier rechnet in den nächsten 20 Jahren mit dem Verkauf von 32.600 Flugzeugen, wie er am Freitag sagte. Das sind 4 Prozent mehr als die vom europäischen Flugzeugbauer ursprünglich erwarteten 31.358 Maschinen. Der erhöhte Ausblick soll offiziell am Montag zum Auftakt der Paris Air Show vorgestellt werden. Airbus-Rivale Boeing Co hatte bereits am Donnerstag erklärt, in den nächsten 20 Jahren branchenweit mit dem Verkauf von 38.000 Flugzeugen im Wert von 5,6 Billionen US-Dollar zu rechnen. Zuvor war der US-Flugzeughersteller von 37.000 Maschinen im Wert von 5,2 Billionen Dollar ausgegangen.

Das vierte Jahr in Folge erklärte Boeing, die Langfristnachfrage nach vierstrahligen Riesenfliegern sei gefallen. Sowohl Boeings 747-8 als auch Airbus’ A380 Superjumbo wurden in den vergangenen Jahren wenig nachgefragt. Boeing geht nun davon aus, dass bei Passagier- und Transportmaschinen nur 540 dieser Riesenjets gebraucht werden. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen den Bedarf für die kommenden 20 Jahre noch bei 620 Flugzeugen gesehen.

Brégier sagte, er sehe die Nachfrage über diesen Zeitraum doppelt so hoch, wobei Airbus gut gerüstet sei, die bestehende Nachfrage abzuschöpfen. “Selbst wenn Boeing richtig liegt, bin ich einigermaßen froh, dass sie aufgehört haben, den 747-8 zu verkaufen”, sagte er bei einem Symposium am Freitag anlässlich der internationalen Luftfahrtmesse in Le Brouget.

Airbus will Großraumflieger A380 aktualisieren

Airbus erwägt derzeit den Bau eines aktualisierten Modells seines A380 Doppeldeckers. Airbus-Group-CEO Tom Enders sagte der Wirtschaftswoche, eine Entscheidung über den Bau des A380neo könnte bis Jahresende fallen.

Brégier prognostiziert einen anhaltenden Trend bei der Nachfrage nach Riesenfliegern. Wenn der Luftfahrtkonzern seine A320 mit zentralem Gang erneuert, was für die Zeit um 2030 angepeilt ist, könne das neue Modell etwas größer ausfallen. Es könne eine größere Kabine und zwei Gänge haben, sagte er.

Die Nachfrage nach den derzeitigen A320 bleibt stark. Airbus will seine Produktion auf 50 Maschinen monatlich von derzeit 42 aufstocken und könnte dieses Jahr bei der Herstellung sogar noch einmal nachlegen.

Brégier sagte, falls zusätzliche Produktionskapazität benötigt werde, werde sie wohl in Hamburg realisiert, wo auch die Mehrheit der A320 mit Single Aisle gebaut werden. Airbus stellt den A320 aber auch in Toulouse und im chinesischen Tianjin her und errichtet eine Endmontagelinie in Mobile im US-Bundesstaat Alabama.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht