Airbus

Die Rüstungselektronik ist der größte Brocken in einer Reihe von Verkäufen, die Airbus plant, um das Militärgeschäft wieder auf Kurs zu bringen. - Bild: Airbus

Bis Jahresende werde Airbus vermutlich den bevorzugen Bieter auswählen, sagte Konzernchef Tom Enders zu Journalisten in Paris. Die Rüstungselektronik ist der größte Brocken in einer Reihe von Verkäufen, die Airbus plant, um das Militärgeschäft wieder auf Kurs zu bringen. Der gesamte Veräußerungsprozess sei "in vollem Gange", sagte Enders weiter.

Das Unternehmen habe sechs Gebote erhalten und könne das Feld auf einen oder zwei Interessenten eingrenzen, ehe ein Vertrag dann zügig unter Dach und Fach gebracht werde, sagte Airbus-Strategiechef Marwan Lahoud. Die Bieterrunde sei bereits geschrumpft, rund ein Dutzend Unternehmen hätten vorläufige Offerten eingereicht.

Airbus konzentriert sich immer stärker auf sein Luftfahrtgeschäft, vor allem mit Verkehrsflugzeugen, die den Löwenanteil zum Gewinn des im französischen Toulouse ansässigen Konzerns liefert.

2015 mehr Aufträge als Boeing

Der Auftragseingang für Verkehrsflugzeuge sei 2015 "deutlich höher als wir geschätzt haben", sagte Enders. Airbus buchte in den ersten elf Monaten des Jahres mehr als 1.000 Bestellungen. Der europäische Hersteller ist auf Kurs, in diesem Jahr mehr Aufträge zu buchen als der Erzrivale Boeing aus den USA. Boeing dürfte allerdings mehr Maschinen ausliefern.

Angesichts von Sorgen, dass die niedrigen Ölpreise den Bedarf an neuen, spritsparenden Modellen drosseln könnten, weil die alten Spritfresser für Fluggesellschaften finanziell rentabler sind, sagte Enders, es gebe keine Anzeichen für eine nachlassende Nachfrage. Auch die Zahl der Stornierungen bleibe gering.

Steigende Nachfrage nach Maschinen mit vier Triebwerken

Die niedrigen Ölpreise könnten die Nachfrage nach Maschinen mit vier Triebwerken steigen lassen, etwa für den A380. Dessen Absatz sei 2015 bislang enttäuschend gewesen, sagte der CEO, stellte aber in Aussicht, dass noch vor Jahresende möglicherweise eine neue Bestellung der Maschine eingehen könne.

Der Konzern erreiche in diesem Jahr sein Ziel, mit der Auslieferung von A380-Maschinen kein Geld mehr zu verlieren, fügte Enders hinzu.

Die niedrigen Ölpreise sind allerdings nicht nur positiv für Airbus. Der Absatz von Verkehrshubschraubern, der 2014 bereits gesunken war, ging weiter zurück. Zu deren Käufern gehören vor allem Öl- und Gasunternehmen, die ihre Kapitalausgaben wegen des Ölpreiseinbruchs zurückfahren.