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Bei Airbus ging das EBIT im dritten Quartal aufgrund von Sondereffekten in den steilen Sinkflug über. - Bild: Airbus

Der Umsatz sank in den drei Monaten Juli bis September um 1 Prozent auf 13,95 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) vor Einmaleffekten ging um 20 Prozent auf 731 Millionen Euro zurück. Analysten hatten im Konsens mit 696 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn von 50 Millionen nach 376 Millionen Euro. Hier hatten die Marktbeobachter auf 320 Millionen gehofft.

Die Aktie handelte vorbörslich rund 0,5 Prozent im Minus. Über die Zahlen sind Börsen-Händler am Morgen sehr geteilter Meinung: Einige sehen sie "einen Tick besser", andere sprechen von "Gewinnwarnung". Grund sind die massiven Sondereffekte, die für einen Gewinneinbruch gesorgt haben. Adjustiert um diese ist das EBIT mit 731 Millionen Euro dagegen deutlich besser als erwartet ausgefallen.

Auch der Free Cashflow sei eher schwach, hier seien die Erwartungen aber ohnehin gering gewesen. "Da gleichzeitig die Jahresprognose aber bestätigt wurde, kann heute jeder daraus machen, was er will", sagt ein Händler. Zudem wird darauf verwiesen, dass die wichtigen Zahlen des US-Konkurrenten Boeing am Mittag vorgelegt werden und einen direkten Vergleich der Entwicklung ermöglichen.

Die eigenen Prognosen für das Gesamtjahr hat Airbus bestätigt: Vor Fusionen und Übernahmen rechnet der Konzern für 2016 im Vergleich zum Vorjahr mit einem stabilen EBIT vor Einmaleffekten und einem ebenfalls stabilen bereinigten Gewinn je Aktie.

Beim Cashflow-Ziel hat der Konzern noch viel Arbeit vor sich. Der freie Cashflow vor Fusionen und Übernahmen blieb mit minus 4,729 Milliarden Euro weiter negativ. Darin enthalten war eine nicht näher bezifferte Cash-Belastung für den Militärtransporter A400M, bei dem es immer wieder Verzögerungen gegeben hatte, sowie eine Belastung von rund 500 Millionen Euro für die Flugzeugfinanzierung.

Im vierten Quartal muss der Konzern damit fast 6 Milliarden Euro an freiem Cashflow generieren, um sein Jahresziel eines freien Cashflows vor Fusionen und Übernahmen von etwa 1,2 Milliarden Euro zu erreichen. Airbus bestätigte die Prognose unter Ausklammerung der Auswirkungen aus der Flugzeugfinanzierung.

Bis Jahresende Konzentration auf Auslieferungen

"In den verbleibenden Monaten bis zum Jahresende konzentrieren wir uns voll und ganz auf die Auslieferungen, um unsere Gewinn- und Liquiditätsprognosen zu erfüllen", erklärte Konzernchef Tom Enders in der Mitteilung.

Der A400M macht Airbus schon seit Jahren Probleme. Der Militärtransporter soll die in die Jahre gekommenen Transall-Maschinen der Bundeswehr ersetzen. Wegen technischer Probleme und unterschiedlicher Wünsche der Bestellerländer verzögerte sich die eigentlich für 2011 geplante Auslieferung des Flugzeugs jedoch erheblich und der Hersteller will mit den Streitkräften mehrerer Staaten über revidierte Lieferpläne verhandeln.

Diese Gespräche stünden noch aus, teilte Airbus am Mittwoch mit. "Derzeit lässt sich nicht belastbar einschätzen, wie das Ergebnis dieser Verhandlungen ausfallen wird."

Ende September hatte der Luft- und Raumfahrtkonzern angekündigt mit seiner eigenen Flugzeugsparte fusionieren zu wollen. Dadurch soll die Unternehmensführung vereinfacht und die Effizienz gesteigert werden. Das neue Unternehmen soll ab dem 1. Januar 2017 unter dem Namen Airbus firmieren und von Konzern-CEO Tom Enders geleitet werden.