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Bei einem Absturz eines Militärtransporters vom Typ Airbus A400M (Symbolbild) in Spanien sind am Samstag vier der sechs spanischen Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. - Bild: Airbus/S. Ramadier

Im südspanischen Sevilla ist am Samstag ein Airbus-Militärtransporter vom Typ A400M abgestürzt. Mindestens drei Menschen kamen nach ersten Angaben der Rettungskräfte ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt.

Der A400M war am Samstag um 12.45 Uhr am Airbus-Werk in Sevilla für einen Testflug gestartet. Etwa eine Viertelstunde später zerschellte es aus bisher ungeklärten Ursachen auf dem Boden. Zwei der sechs Besatzungsmitglieder wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Airbus machte zu dem Unglück zunächst keine näheren Angaben. Es handelt sich um den ersten Absturz eines Transporters dieses neuen Typs. Die Maschine vom Typ MSN023 sollte der dritte A400M sein, den die türkischen Militärs erhalten. In Sevilla steht das Endmontagewerk für den A400M.

Weiterer Rückschlag für Militärflieger-Programm

Bei dem Transporter handelt es sich um ein ganz neues Flugzeug, das bei der Bundeswehr die veraltete Transall ersetzen soll. Deutschland erhielt erst im Dezember mit vierjähriger Verspätung die erste von 53 bestellten Maschinen, weil es beim Bau immer wieder Pannen gab. Weil die Bundeswehr noch immer erheblichen Nachbesserungsbedarf sieht, soll der Transporter frühestens in vier Jahren in den regulären Dienst genommen werden.

Der tödliche Absturz ist ein schwerer Rückschlag für das A400M-Programm. Seit Jahren sorgt die Maschine wegen Verspätungen, Budgetüberschreitungen und technischen Mängeln für negative Schlagzeilen. Schon vor dem Erstflug im Jahr 2009 drohte Airbus mit Einstellung des Programms, weil das Unternehmen sich zu den vereinbarten Preisen nicht zur Lieferung in der Lage sah. Die sieben beteiligten Nato-Nationen, welche die Maschine in Auftrag gegeben hatten, schossen nach langen Verhandlungen mehrere Milliarden Euro nach.

Dow Jones Newswires/FAZ/Guido Kruschke