Der Flugzeughersteller Airbus hat bei A380-Flugzeugen mit Rolls-Royce-Triebwerken Sonderinspektionen angeordnet.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Damit reagiert der Flugzeughersteller nach Angaben vom Freitag auf den schweren Triebwerksschaden bei einer A380 des australischen Fluggesellschaft Qantas. Die Empfehlungen unterstützten die bereits zuvor erteilten Anweisungen des Triebwerkherstellers Rolls-Royce. Bei den A380, die mit Triebwerken der Engine Alliance ausgestattet sind, sind keine zusätzlichen Inspektionen erforderlich, wie Airbus am Freitag weiter mitteilte.

Die Fluggesellschaften können bei der A380 zwischen Triebwerken von Rolls-Royce und der Engine Alliance, einem Joint Venture von Pratt & Whitney und General Electric, wählen. Während sich Lufthansa, Singapore Airlines und Qantas für das Rolls-Royce-Triebwerk entschieden haben, setzen Emirates und Air France auf das Konkurrenzprodukt.

Am Donnerstagmorgen hatte eine A380 der Qantas mit 433 Passagieren und 26 Besatzungsmitgliedern an Bord kurz nach dem Start wegen eines schweren Triebwerksschadens zum Flughafen Singapur zurückkehren müssen. Bei der Notlandung der Maschine gab es laut der australischen Fluggesellschaft keine Verletzten. Auf Bildern war zu erkennen, dass Teile des betroffenen Triebwerks fehlten und der Flügel beschädigt wurde.

Qantas ließ daraufhin vorerst ihre gesamte A380-Flotte am Boden, um die Triebwerke zu überprüfen. Qantas besitzt inklusive des Unglücksjets sechs A380. Die Inspektion der Triebwerke werde voraussichtlich binnen 48 Stunden abgeschlossen, der A380 schon bald wieder in Betrieb sein, sagte Qantas-CEO Alan Joyce. Joyce vermutet angesichts der inzwischen vorliegenden Informationen die Ursache für den Triebwerksschaden bei Rolls-Royce. “Rolls-Royce hat eine Reihe potenzieller Ursachen identifiziert”, sagte Joyce. Der Defekt sei wahrscheinlich durch einen Materialfehler oder einen Fehler beim Design des Triebwerks ausgelöst worden, sagte der Qantas-CEO.

Auch Lufthansa und Singapore Airlines reagierten. Lufthansa sagte den für Donnerstagabend geplanten Flug eines A380 von Frankfurt nach Südafrika ab, um die Triebwerke überprüfen zu können. Singapore Airlines hatte die Flüge mit der A380 am Donnerstag ausgesetzt, da Airbus und der Triebwerkshersteller Rolls-Royce die Fluglinie angewiesen hatten, ihre A380 vorsorglich zu überprüfen. Die Inspektionen an den Maschinen seien inzwischen abgeschlossen worden, der Flugbetrieb mit der A380 wieder aufgenommen worden, teilte Singapore Airlines am Freitag mit.

Insgesamt hat Airbus bislang 37 A380 an fünf Fluggesellschaften ausgeliefert. Neben Qantas sind dies Singapore Airlines, Emirates, Air France und die Deutsche Lufthansa AG. Emirates besitzt 13 A380, Singapore Airlines elf, Air France vier und Lufthansa drei Maschinen. Insgesamt hat Airbus bislang 234 Bestellungen für das größte Passagierflugzeug der Welt erhalten, wobei Qantas mit 20 Festbestellungen der zweitgrößte Kunde ist. Nur Emirates hat mit 90 A380 mehr Flugzeuge des Typs fest geordert.