Airbus, E-Fan X, Rolls-Royce, Siemens

Beim E-Fan X soll eines von vier konventionellen Triebwerken durch einen elektrischen Antrieb ersetzt werden.Siemens wird für das Vorhaben einen Elektromotor mit 2 MW Leistung liefern, Rolls-Royce die Turbine und den Stromgenerator. Airbus übernimmt die Integration der Systeme in das Flugzeug. Nach umfangreichen Tests am Boden soll in drei Jahren die umgerüstete Maschine abheben, bei der zunächst ein Motor hybrid-elektrisch angetrieben wird. Später ist der Einbau eines zweiten elektrischen Triebwerks vorgesehen.

E-Fan X, Siemens, Airbus, Rolls-Royce
So soll der E-Fan X funktionieren. - Grafik: Airbus

Das Programm E-Fan X soll die Praxistauglichkeit eines solchen Antriebs demonstrieren. Airbus-Technikchef Paul Eremenko sagte, man wolle zeigen, dass ein Schmalrumpfflugzeug mit Hybridantrieb "sicher, effizient und kostengünstig" sei. Überdies erhoffen sich die Beteiligten Aufschluss über Fragen der Zertifizierung von Hybridantrieben in der kommerziellen Luftfahrt.

Airbus und Siemens kooperieren bereits seit dem vergangenen Jahr bei der Entwicklung von elektrischen Antrieben für die Luftfahrt am Standort in Ottobrunn. Siemens-Technikvorstand Roland Busch erklärte, mit dem Programm E-Fan X werde "der nächste Schritt getan, um die Technik in der Luft zu demonstrieren".

Ein Siemens-Sprecher sagte, möglich sei aus Sicht der Beteiligten die Entwicklung eines Regionalflugzeugs mit Hybridantrieb und mehr als 100 Sitzplätzen bis 2030 oder 2035. Ob die Beteiligten auch diesen Schritt tun, wird sich erst zeigen, wenn die Tests mit der in den 1970ern entwickelten Versuchsmaschine BAe 146 erfolgreich sind. Es wäre das bisher größte Flugzeug, das mit einer elektrischen Turbine in die Luft geht.

Bei einem hybrid-elektrischen Flugzeug werden die Triebwerke mit Strom betrieben, der von einem mit fossilen Brennstoffen befeuerten Generator im Rumpf geliefert wird. Ein Vorteil: Die Turbinen können kleiner und damit effizienter werden. Der Siemens-Sprecher bezifferte das Einsparpotenzial beim Treibstoff im reinen Betrieb auf 25 Prozent. Dabei sei das Potenzial, das mit aerodynamischen Veränderungen des Flugzeugs verbunden sei, noch nicht mitgerechnet.

Überdies sind hybrid-elektrische Flugzeuge erheblich leiser als konventionell angetriebene Maschinen. Dies könnte im Zusammenhang mit Nachtflugverboten und schwindender Akzeptanz von Flughäfen eine Rolle spielen. Alle drei Projektpartner erklärten, die EU-Emissionsziele für die Luftfahrt im Jahr 2050 seien mit konventionellen Antrieben nicht zu erreichen. Vorgesehen ist laut der Flightpath 2050 Vision for Aviation, die Emissionen bei Kohlendioxid um 60 Prozent, bei Stickoxiden um 90 Prozent und bei Lärm um 75 Prozent zu senken.

Zum finanziellen Volumen des Projekts E-Fan X wollte sich der Siemens-Sprecher nicht äußern.

  • Lilium Jet Landeplatz

    Plan sei es, den Flugplatz dieser Flugzeuge künftig zentral in Großstädten zu stationieren und so eine völlig neue, zeitsparende Art der Personenbeförderung zu schaffen. - Bild: Lilium

  • Fliegender Lilium Jet

    Das Wunschdenken, dem überall lauernden, zähfließenden Verkehr auf unseren Straßen zukünftig ganz bequem entgehen zu können, könnte bald schon zur Realität werden. Wie unglaublich wäre es, einfach darüber hinweg zu fliegen? - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 1

    Bedeutende Mitglieder des Silicon Valley setzen auf die Unterstützung von Start-ups, die die Produktion von Kleinstflugzeugen planen, welche allerdings nur eine sehr begrenzte Kapazität an Passagieren haben werden. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 2

    Besonders gute Chancen haben solche Start-ups, die versuchen, die Antriebe dieser Transportmöglichkeit zusätzlich so leise und abgasarm wie nur möglich zu gestalten. Dies lässt sich am Besten mit Elektroantrieben lösen. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 3

    Ließen sich die Flugzeuge eines Unternehmens zusätzlich auch noch komplett ohne menschliche Bedienung steuern, so hätte diese Firma eine große Aussicht auf einen hohen Gewinn. Schließlich werden jeden Menge Personalkosten gespart. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 4

    Doch nicht nur in Amerika oder China tüfteln Start-ups an einem solchen Transportmittel. Auch in München verfolgt ein Start-up namens Lilium das Ziel, das erste Elektro-Lufttaxi der Welt auf den Markt zu bringen. Und kann bereits erste Erfolge verzeichnen. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 5

    Mit einem Kapital von 90 Millionen Dollar, das Lilium von Investoren erhielt, sei die Entwicklung eines Serien-Flugzeuges geplant, das Platz für 5 Personen biete und eine Geschwindigkeit von 300 Kilometer in der Stunde erreichen soll. Erste Testflüge sollen 2019 stattfinden. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 6

    Wie aus Medienberichten hervorgeht, seien sowohl der chinesische Internet-Gigant Tencent, der Fonds Atomico von Skype-Gründer Niklas Zennström sowie LGT, die größte Investmentfirma in Familienbesitz in ganz Europa, Sponsoren der Jungfirma Lilium. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 7

    Das 2015 von vier Abgängern der TU München etablierte Unternehmen habe außerdem Geld der Investment-Firma Obvious Ventures erhalten, die Ev Williams, einem Twitter-Mitgründer gehört. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 8

    Mithilfe des ersten zu Verfügung stehenden Budgets in Höhe von circa zehn Millionen Dollar konnte Lilium bereits einen Prototypen entwickeln, der senkrecht starten und landen kann. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 9

    Das Unternehmen gibt an, mit seinem Prototypen bewiesen zu haben, dass die Technologie schon jetzt funktionsfähig ist. Eine größere Herausforderung sei es, aus diesem Prototypen ein zugelassenes Serienflugzeug zu konstruieren. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 10

    Voraussetzung für eine solche Zulassung seien eine Menge an Tests, so Lilium-Chef Daniel Wiegand. Außerdem erfordere die Entwicklung die Berücksichtigung vieler wichtiger Details. Für eine Serienproduktion werde aber noch Geld benötigt. - Bild: Lilium

  • Lilium Jet 11

    Die Produktion sei langwierig, wie bei der Planung von Flugprojekten üblich. Bis die Flugzeuge autonom betrieben werden, sei ein Pilot eingeplant, so das Unternehmen. - Bild: Lilium

  • Lilium Landeplatz

    Dieses Transportmittel soll zukünftig beispielweise als fliegendes Taxi eingesetzt werden. An dieser Idee sind abgesehen von diversen Start-ups auch der Flugzeugbauer Airbus und der Fluggeräte-Entwickler Volocopter, der Daimler zu seinen Investoren zählen kann, dran. - Bild: Lilium

  • Die Lilium App

    Auch eine App sei geplant, die den Kunden wichtige Informationen zu ihren nächsten Flügen liefern kann.