TOULOUSE (Dow Jones/rm). Einzelheiten blieben zunächst unklar, aber EADS-CEO Louis Gallois sagte, es entstünden für die Airbus-Muttergesellschaft EADS keine zusätzlichen Kosten neben den bereits im März angekündigten Aufwendungen.

Die Vereinbarung ist die lange erwartete Spezifizierung der Grundsatzvereinbarung vom März 2010. Damals hatte EADS insgesamt 4 Mrd EUR für die zu hohen Kosten des Militärtransporterprogramms zurückstellen müssen. Im März hatten die Regierungen mit Airbus vereinbart, den Preis für die Militärtransporter um 2 Mrd EUR zu erhöhen, auf alle Vertragsstrafen für Verzögerungen zu verzichten und zusätzlich 1,5 Mrd EUR bereit zu stellen. Für letzteren Betrag sollten die Regierungen an künftigen Exportaufträgen beteiligt werden.

Ein letzter Punkt der vorläufigen Einigung vom März betraf Vorabzahlungen durch die Regierungen, die eigentlich zwischen 2010 und 2014 beschleunigt werden sollten. An dieser Stelle ändern sich die Bedingungen des Vertrags nun: Die Zahlungen der Regierungen würden weiter nach hinten verlagert als bisher erwartet, teilte EADS mit.

Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin sagte bei der Ankündigung der Einigung mit Airbus, die Regierungen der Abnehmerländer müssten die Vereinbarung noch ratifizieren. Gallois sagte, er hoffe darauf bis Jahresende.

Das Programm zur Entwicklung des A400M ist fast vier Jahre verspätet, und die Kosten liegen mehr als 5 Mrd EUR über dem zunächst vorgesehenen Budget von 20 Mrd EUR. Die Regierungen ringen seit zwei Jahren mit Airbus darüber, wie diese Zusatzkosten verteilt werden können. Ursprünglich sollte die erste Maschine im Jahr 2009 ausgeliefert werden, nun soll das erste Flugzeug frühestens 2013 übergeben werden.

Der Einigung mit Airbus zufolge reduziert Deutschland seine Festbestellung von 60 Maschinen um sieben Stück und wandelt jene in Kaufoptionen um. Zudem soll auf eine automatisierte Tiefflugfähigkeit des Transportflugzeuges verzichtet werden. Auch Großbritannien nimmt weniger Maschinen ab, während Frankreich unverändert 50 Militärtransporter kauft. Mit der Abnahme von weniger Flugzeugen sollen die Mehrkosten ausgeglichen werden, die durch den höheren Preis der einzelnen Maschinen entstehen.

Airbus hatte sich 2003 gegenüber den sieben Bestellnationen Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, Spanien und der Türkei verpflichtet, 180 Maschinen zu einem Festpreis von 20 Mrd EUR auszuliefern. Dann entstanden durch die Verzögerungen jedoch die Mehrbelastungen, auf denen Airbus ohne Veränderung des ursprünglichen Vertrags sitzen geblieben wäre.