Airbus beginnt mit der Produktion von Teilen für den A350 in Hamburg (Bild: Fotolia, Hartmut

Airbus beginnt mit der Produktion von Teilen für den A350 in Hamburg (Bild: Fotolia, Hartmut Lerch).

Die deutschen Werke bieten nach dem Hochfahren der Produktion des A350 Arbeit für über 4500 hoch qualifizierte Beschäftigte.


KÖLN (gk). Airbus startet die Fertigung von Teilen für den neuen Großraumflieger A350 in Stade. Im deutschen Zentrum für Kohlefaserwerkstoffe entstehen zum Beispiel Rumpfschalen und die Flügeloberseiten, die mit 33 Metern Länge zu den weltweit größten Kohlefaserbauteilen zählen. Zwar arbeiten französische Werke schon länger für das neue Modell, trotzdem gerieten die deutschen Standorte keineswegs ins Hintertreffen, meint das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Nachricht.

 Dass die Werke von Airbus in Hamburg, Stade und Bremen ebenso wie die Standorte der EADS-Tochter Premium Aerotec in Nordenham, Varel und Augsburg mit Milliardenaufwand für die Kunststofftechnologie des neuen Sparfliegers fit gemacht wurden, liege auch an den Erfahrungen des Konkurrenten Boeing. Sein Dreamliner B787 wurde noch immer nicht an den ersten Kunden ausgeliefert. Die Amerikaner hätten weltweit die günstigsten Lieferanten gesucht und schließlich den Überblick über ihr komplexes Projekt verloren – erfüllt nur ein Teil nicht die hohen Anforderungen, könne schließlich das ganze Flugzeug nicht in die Luft, meint das IW.  So gebe es zwar 850 Bestellungen für die B787, doch die Auslieferung verschiebe sich um drei Jahre. Nicht zuletzt deshalb habe Airbus für sein Konkurrenzmodell schon 530 Aufträge verbuchen können, obwohl es erst Mitte 2013 lieferbereit sein soll.

 Auch wenn die Endmontage wie bei allen Airbus-Großraumfliegern in Toulouse erfolgt, so bieten die deutschen Werke nach dem Hochfahren der Produktion des A350 Arbeit für über 4500 hoch qualifizierte Beschäftigte. Frankreich bekommt ähnlich viele Jobs ab. Weitere Stellen entstehen hierzulande bei vielen Zulieferern wie den Dresdener Elbe-Flugzeugwerken oder PFW Aerospace aus Speyer.

 Zentrum von Airbus Deutschland ist Hamburg, wo trotz diverser Sparprogramme jetzt 11200 Stammbeschäftigte arbeiten – zuzüglich mehrerer 100 Zeitarbeitskräfte. Im Jahr 2000 zählte der größte deutsche Airbus-Standort erst 7600 Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren wurden Verwaltungsstellen gestrichen und die Produktivität um etwa ein Drittel erhöht.