Airbus Militärhubschrauber

Angesichts des IS-Terrors und der Flüchtlingskrise rechnet Airbus mit wachsender Nachfrage nach Militärhubschraubern. - Bild: Airbus Helicopters/Charles Abarr

"Wir können spüren, dass die Situation mit dem IS oder auch die Spannungen an den osteuropäischen Grenzen eine Zunahme bei der Modernisierung und dem Erwerb von Militärhubschraubern auslöst", sagte Guillaume Faury, CEO von Airbus Helicopters. Das Interesse könne Deals im kommenden Jahr und 2017 nach sich ziehen.

Andere Bereiche im Hubschraubermarkt sind indes durch die niedrigen Ölpreise in Mitleidenschaft gezogen worden. "Öl- und Gasunternehmen ergreifen strikte Maßnahmen, um sich dem Ölpreis anzupassen", sagte Faury. Hubschrauber werden stark bei der Ölsuche und -förderung eingesetzt, daher haben die Ausgabenkürzungen von Unternehmen wie BP und Royal Dutch Shell die Hubschrauberhersteller hart getroffen.

Entscheidend für die Produzenten ist dabei, dass das Interesse aus dem Militär für einige der größten und teuersten Hubschrauber wie den Airbus H225M steigt, wie Faury erklärte. Hubschrauber dieses Typs werden für gewöhnlich bei Such- und Rettungsaktionen sowie zum Truppentransport eingesetzt. Die Hubschrauber für den zivilen Gebrauch werden indes oftmals eingesetzt, um Ölarbeiter zu Bohrplattformen im Meer zu bringen.

Airbus verhandelt derzeit mit Polen über die Lieferung von rund 50 Hubschraubern des Typs H225M für das dortige Militär. Der Einsatz des französischen Militärs von H225M in Afrika und Afghanistan habe die Nachfrage nach dem Modell angekurbelt, sagte Faury. Auch ein Deal in Japan scheint noch nicht vom Tisch. Zwar hat sich die dortige Regierung für ein amerikanisch-japanisches Team als Lieferanten für einen neuen Hubschrauber entschieden, darunter die Bell-Helicopter-Sparte von Textron. Airbus habe aber die Co-Entwicklung eines komplett neuen Hubschraubers in Aussicht gestellt, sagte Faury. Er bleibe daher voller Hoffnung, doch noch einen Zuschlag aus Japan zu erhalten.