Airtec lockt internationale Größen an 1

Bei der Zuliefermesse für die Luft- und Raumfahrt Airtec in Frankfurt fiel insbesondere die hohe Zahl an vorbereiteten B-to-B-Gesprächen auf. Die Messestände in Halle 11 waren dagegen eher wenig besucht.

Gunnar Knüpffer

Frankfurt Am Main. Die Macher der Airtec, Zuliefermesse für die Luft- und Raumfahrt, haben in der Krise anscheinend den richtigen Riecher gehabt. Im Jahr 2009 führten sie das Konzept von B-to-B-Meetings ein: Dabei verabreden sich Aussteller mit Supply-Chain-, Procurement- und Programm-Managern sowie Projektingenieuren von OEM, Treibwerkherstellern und Systemlieferanten.
Mit fast 1 000 B-to-B-Meetings konnte die Airtec 2010, die von 2. bis 4. November stattfand, die Zahl von 2009 mehr als verdoppeln. „Die Business-Diskussionen über drei Tage sind fantastisch“, sagte der European Procurement Director des weltweit größten Triebwerkherstellers Pratt & Whitney, Pierre Oligny, während der offiziellen Auftaktpressekonferenz. Auch bei Empresa Brasileira de Aeronautica äußerte man sich bei dieser Gelegenheit positiv über die Gespräche. Man sei „sehr glücklich“ und werde die Kommunikation in den nächsten Monaten fortsetzen.
Die B-to-B-Plattform ermögliche es, den Erfolg auf der Messe nicht dem Zufall zu überlassen, sagte Michael Hortmann von Ansys Germany, der seit 2006 auf der Airtec ausstellt und Mitglied des Ausstellerbeirats ist. Die Teilnehmer könnten auf diese Weise die Anforderungen erfüllen, die an eine Messe gestellt werden: niedrige Kosten und Effizienz. Die Airtec sei keine Luftfahrtshow, sondern eine technische Messe für „Win-to-Win-Partnerschaften“.
Zum fünften Jubiläum konnte die Zuliefermesse nach Angaben von Gesellschafterin Diana Schnabel die Ausstellerzahl von 80 im Vorjahr auf 170 mehr als verdoppeln. Dabei war die Halle 11 der Frankfurter Messe jedoch nicht ganz gefüllt.
Am ersten Messetag fanden zudem nur wenige Fachbesucher den Weg in die Airtec-Halle. Auch am zweiten Tag wurde an den Ständen nur eine geringe Zahl an Gesprächen geführt.
Neu an der diesjährigen Airtec war der Themenpark Space World, eine Kombination aus internationaler Konferenz zum Thema Raumfahrt und Fachausstellung. Unter dem Motto „From vision to commercial application“ setzten sich hochrangige Fachleute in rund 50 Vorträgen mit den Themen Raumfahrttechnologie, Weltraummissionen und Erdbeobachtung auseinander, darunter der CEO von Arianespace, Jean-Yves Le Gall, Ex-Astronaut Thomas Reiter und ESA-Direktor Jean-Francois Kaufeler. Aussteller waren Unternehmen, Institutionen und Universitäten, die Satellitensysteme, Komponenten, Testing-Systeme und Elektronikkomponenten anbieten. Dazu gehörten EADS Astrium, Sitael, die Universität Würzburg, die International Space University, Illkirch, sowie die Cesah GmbH.
Abgerundet wurde die Messe durch die Fachkonferenz „Supply on the wings“, die Konferenz Heli World und UAV World. Geleitet wurde die Supply on the wings von Chairman Professor Richard Degenhardt von der PHF Göttingen und des DLR Braunschweig. Erstmals war auch China mit einem Vortrag vertreten, weitere Vorträge kamen von Vertretern von Airbus, Boeing, Bombardier, Lufthansa Technik, BIAM, NLR5, Embraer und der Europäischen Kommission.
Der Themenpark Heli World sollte als Kombination aus Fachausstellung und Konferenz den Bereich Helikopter abdecken. In der UAV World ging es um unbemannte Flugsysteme.