Aixtron

Der angeschlagene Spezialmaschinenbauer Aixtron meldete dank einer guten Nachfrage seiner Kunden aus der Halbleiterbranche starke Zahlen. - Bild: Aixtron

Dank guter Auftragslage und Nachfrage nach Produktionsanlagen für Opto- und Leistungselektronik, LEDs sowie für Speicheranwendungen stieg der Umsatz auf 53,6 von 21,4 Millionen Euro. Es war nach Angaben der Aixtron SE der höchste Wert zu Jahresbeginn seit 2011. Analysten hatten mit 45 Millionen Euro weniger erwartet. Der Ausgleich ausstehender Forderungen sowie Anzahlungen von Kunden ließen den freien Cashflow auf 33,3 Millionen von minus 20,3 Millionen Euro steigen. Der Auftragseingang kletterte um 39 Prozent auf 61,9 Millionen Euro.

Auch operativ kam das Unternehmen voran, schreibt aber weiter rote Zahlen. Das EBITDA verbesserte sich um 49 Prozent auf minus 6,0 Millionen Euro. Unter dem Strich steht ein Verlust von 13,5 Millionen Euro, 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Analysten hatten mit diesem Wert gerechnet. Bereinigt um außerordentliche Abschreibungen belief sich der Fehlbetrag auf 6,9 Millionen Euro.

Der Vorstand bestätige die im Februar abgegebene Prognose für 2017. Demnach wird mit einem Auftragseingang und mit Umsatzerlösen von jeweils insgesamt 180 bis 210 Millionen Euro gerechnet. Zudem werde weiterhin eine Verbesserung des freien Cashflow im Vergleich zum Vorjahr erwartet. 2018 soll ein positives EBIT geschafft werden.

An der Börse kommen die Zahlen gut an: Die Aktie legt im frühen Handel um 6,6 Prozent zu auf 4,24 Euro. "Die Zahlen belegen, dass sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg befindet", so ein Marktteilnehmer in einer ersten Einschätzung. Positiv wertet er zum einen den Auftragseingang. Extrem stark habe sich der Free Cashflow entwickelt. Den Wermutstropfen liefere die Ertragsseite, die erneut enttäuscht habe.

Aixtron weiter auf der Suche nach finanzstarken Partnern

Aixtron kündigte nach der am Widerstand der USA gescheiterten Übernahme durch die chinesische Grand Chip Investment an, ihr Portfolio für Zukunftstechnologien zu gruppieren und in eigenständige Einheiten zu überführen. Diese sollen dann mit Technologiepartnern finanziert werden, wie Vorstandsvorsitzender Kim Schindelhauer sagte. Mit dem Verkauf nach China wollte das Unternehmen eigentlich seine Durststrecke überwinden. Der Investor aus Fernost sollte dringend benötigtes Kapital für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stellen.

Die Anlagenentwicklungsaktivitäten für III-V-Materialien zukünftiger Prozessorgenerationen (TFOS) seien nun eingestellt worden, ergänzte der CEO. Dafür seien Abschreibungen von 6,6 Millionen Euro vorgenommen worden. Aixtron werde in dem Bereich keine weiteren Investitionen vornehmen bis deutlich sei, wann diese Materialien im Markt eingeführt würden und bis ein Partner gefunden sei, der die Entwicklungskosten trage.