Aixtron

Übernahme durch Chinesen: Bei Aixtron will das Bundeswirtschaftsministerium jetzt doch noch mal genauer hinsehen. - Bild: Aixtron

Wie Aixtron mitteilte, will sich das Bundeswirtschaftsministerium die Übernahme erneut ansehen. Es habe die am 8. September erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung widerrufen und eine Wiederaufnahme des Prüfverfahrens angekündigt. Die Anleger reagieren enttäuscht: Die Aixtron-Aktie sackt im frühen Handel um 6,5 Prozent ab.

Fujian Grand Chip Investment (FGC) will Aixtron für insgesamt 670 Millionen Euro übernehmen. Die angestrebte Beteiligung haben die Chinesen bereits erreicht, wie das Übernahmevehikel Grand Chip Investment mitgeteilt hatte. Kurz vor Ende der Annahmefrist am Freitag waren knapp 65 Prozent der Anteile angedient. Die Mindestannahmeschwelle lag bei 50,1 Prozent. Grand Chip hatte sie zwischenzeitlich gesenkt, um auf Nummer sicher zu gehen.

Aixtron stellt Chipanlagen zur Herstellung von Leuchtdioden (LED) her, die in der Unterhaltungselektronik, Autoindustrie und bei industrieller Beleuchtung eingesetzt werden.

Beispiellose Einkaufstour chinesischer Unternehmen

Der Appetit chinesischer Investoren auf deutsche Unternehmen ist so groß wie nie zuvor. Für Furore sorgte etwa die Übernahme des Augsburger Roboterbauers Kuka für 4 Milliarden Euro durch den chinesischen Elektrogerätehersteller Midea. Zuletzt ist auch der Leuchtmittelhersteller Osram ins Visier eines chinesischen Technologiekonzerns geraten.

Seit Januar haben Chinesen im Schnitt fast einmal pro Woche hierzulande eine Akquisition getätigt. Laut Daten von Dealogic haben chinesische Käufer 2016 bislang insgesamt fast 11 Milliarden US-Dollar für deutsche Firmen ausgegeben. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2014 lag bei 2,6 Milliarden Dollar.

Chinas Appetit hat auch die Bundesregierung alarmiert. Die hatte zeitweise sogar erwogen, mit einem europäischen Konsortium ein Gegengebot für Kuka vorzulegen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hatte Aixtron nach Angaben des Unternehmens am Freitagabend über die Entscheidung informiert, das Prüfverfahren erneut aufzunehmen. Details dazu wurden nicht genannt. Vom Bundeswirtschaftsministerium war bislang keine Stellungnahme zu erhalten.