General Electric will den französischen Energie- und Transportkonzern Alstom übernehmen und

General Electric will den französischen Energie- und Transportkonzern Alstom übernehmen und versucht mit einem Vorschlag die Bedenken der EU-Kommission zu zerschlagen. - Bild: GE

Der US-Mischkonzern hat der EU-Kommission Zugeständnisse für die geplante Übernahme der Energiesparte des französischen Konkurrenten Alstom vorgeschlagen. Die Maßnahmen “sprechen gezielt die Bedenken der Kommission an und bewahren zugleich den wirtschaftlichen und strategischen Wert des Deals”, teilte GE am Donnerstag mit.

Zuvor hatte Konzernchef Jeff Immelt wiederholt betont, den Zukauf nicht um jeden Preis durchsetzen zu wollen, und die EU-Wettbewerbshüter zu überzeugen versucht, dass ihre Vorbehalte unangebracht seien. Die EU-Kommission hatte GE im Juni eine Liste ihrer kartellrechtlichen Bedenken bezüglich der 17 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme zugestellt. Sie fürchtet, dass die Transaktion unter anderem zu einem Preisanstieg und zu einem Innovationsrückgang in der Branche führen könnte. Auf dem Hochleistungsgasturbinenmarkt sind vier weltweit agierende Wettbewerber vertreten: GE, Alstom, Siemens und Mitsubishi Hitachi Power Systems. Wenn Alstom aus dem Markt ausscheide, würden GE und Siemens den europäischen Markt dominieren, erklärte die für Wettbewerbspolitik zuständige Kommissarin Margrethe Vestager. GE hielt dagegen, dass nur 5 Prozent der Nachfrage aus Europa komme.

Übernahme könnte im zweiten Halbjahr unter Dach und fach sein

Eine unternehmensnahe Person zeigte sich am Donnerstagabend zuversichtlich, dass ein Kompromiss gefunden werden könne, der beide Seiten zufriedenstelle, und der Deal voraussichtlich wie geplant im zweiten Halbjahr unter Dach und Fach gebracht werden könne. Die Verhandlungen über die Zugeständnisse würden derzeit weiter fortgesetzt, sagte die Gewährsperson. Die neue Frist für eine Entscheidung der EU ist der 11. September.

Eine erste Frist für einen Abschluss der Prüfung, der 8. Juli, wurde im März um einen Monat verlängert. Mitte April wurde die Untersuchung für einige Wochen auf Eis gelegt, weil die EU auf weitere Informationen der Unternehmen wartete. Zuletzt wurde GE mehr Zeit eingeräumt, um Maßnahmen vorzulegen, die die wettbewerbsrechtlichen Bedenken zerstreuen können.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke