Die Aluminium in Essen war gut besucht, die Branche blickt wieder optimistisch in die Zukunft (Bild:

Die Aluminium in Essen war gut besucht, die Branche blickt wieder optimistisch in die Zukunft (Bild: Messe Essen).

ESSEN (ba). Nach dem scharfen Abschwung im vergangenen Jahr hat die Branche zu einer Aufholjagd angesetzt, deren Tempo selbst Insider überrascht. „Allein im ersten Halbjahr 2010 hat die Produktion von Walz- und Strangpressprodukten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30,3 Prozent auf 1,2 Millionen Tonnen zugenommen – das ist ein Zuwachs, den es so noch nie gegeben hat”, so Christian Wellner, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie (GDA) zum Auftakt der diesjährigen Aluminium, die mit insgesamt 873 ausstellenden Unternehmen aus 47 Nationen sogar noch ein bisschen größer war als im Rekordjahr 2008.

Den kräftigen Zuwachs spürt nicht nur Frank Busenbecker, der für 2011 das beste Geschäftsergebnis in der fast 100jährigen Strangpress-Geschichte erwartet und dabei auf das anhaltend gute Exportgeschäft im gehobenen Automobilbereich und eine belebte Nachfrage im Inlandsgeschäft setzt. Auch für Hans-Peter Schlüter, den Vorstandsvorsitzenden der Trimet AG, die in Deutschland zwei Aluminiumhütten in Essen und Hamburg betreibt, zeichnet sich eine Trendwende ab: „Wir haben 2008 nach der Aluminium den Beginn der Krise gespürt, jetzt spüren wir den Beginn einer Hausse, die sich durchaus nachhaltig entwickeln kann. Der Geschäftsverlauf ist sehr lebhaft.”

Das unterstreicht auch die diesjährige Aluminium, die mit insgesamt 17 200 Besuchern erneut das hohe Niveau der bisherigen Bestmarke von 2008 (16 886) erreichte. Um fast 10% deutlich gestiegen ist dabei die Zahl der Auslandsbesucher, die erstmals die Marke von 50% erreichte.

Dass die Weichen für weiteres Wachstum gestellt sind, zeigen auch die Ergebnisse einer Umfrage, die im Rahmen der Messe von einem unabhängigen Messe- und Marktforschungsunternehmen erhoben wurde. Demnach steigt die Investitionsbereitschaft der Industrie wieder deutlich an. Fast jeder dritte Besucher kam mit Investitionsabsichten nach Essen. Mehr als 35% der Unternehmen wollen dafür mehr als eine halbe Million Euro ausgeben.

Entsprechend gut ist auch die Einschätzung der künftigen konjunkturellen Entwicklung. So erwarten 69% der Befragten eine stark oder leicht steigende Tendenz, 23% gehen von einer gleichbleibenden wirtschaftlichen Entwicklung aus; nur vier Prozent fürchten, dass sich das Geschäftsklima abschwächt.