Das Rennen um die Übernahme der insolventen Honsel AG geht in die entscheidende Runde (Bild:

Das Rennen um die Übernahme der insolventen Honsel AG geht in die entscheidende Runde (Bild: Honsel).

ESSEN (ks/Dow Jones). Anchorage soll sich als Bieter mit dem kanadischen Automobilzulieferer Martinrea zusammengefunden haben, so eine Mitteilung von Trimet. Trimet favorisiert einen Erwerb gemeinsam mit der ZF Friedrichshafen AG. Man sehe in einer rein deutschen Industrielösung die beste Gewähr dafür, dass die Lieferkette für Aluminiumteile von der Rohstoffproduktion bis hin zur Automobilindustrie in Qualität und Quantität, aber auch logistisch, gesichert bleibe, heißt es aus der Unternehmensleitung. Man setzt deshalb darauf, dass die Automobilunternehmen die Kombi-Lösung aus Trimet als Aluminiumlieferanten und Hersteller von Motorblöcken, Fahrwerks- und Strukturteilen und ZF als Getriebespezialisten unterstützen werden. Trimet und ZF pflegen laut Trimet seit Jahren sehr enge Geschäftsbeziehungen zu Honsel. Die Trimet Aluminium ist größter Aluminiumlieferant der Honsel AG und hatte bereits vor einem Jahr die Metallversorgung des Unternehmens komplett übernommen.

Die Trimet AG ist Muttergesellschaft der Essener Trimet Aluminium AG, Essen, die mit einer Kapazität von 300.000 t Primäraluminium der größte Aluminiumproduzent Deutschlands ist. Das Unternehmen beschäftigt an sechs Standorten in Deutschland rund 1.800 Mitarbeiter und vermarktet, produziert, recycelt und gießt Legierungen und Druckgussteile; der Jahresumsatz des laufenden Geschäftsjahres 2010/2011 wird laut Unternehmensangaben bei 1,3 Mrd Euro liegen.

Die im Jahr 1908 gegründete Honsel AG, die zuletzt dem belgischen Finanzinvestor RHJ gehörte, ist in der Wirtschaftskrise unter die Räder geraten. Während des anschließenden heftigen Aufschwungs in der Autoindustrie konnte das hoch verschuldete Unternehmen notwendige Investitionen und Vorfinanzierungen nicht mehr stemmen. Ende Oktober 2010 meldete Honsel schließlich Insolvenz an – es handelte sich um eine der größten Pleiten des vergangenen Jahres in Deutschland.

Honsel setzte im Geschäftsjahr 2009/10 mit 4.000 Mitarbeitern rund 540 Mio Euro um. Das Unternehmen fertigt in Deutschland, Spanien, Brasilien und Mexiko Komponenten für Motoren, Getriebe, Fahrwerke und Karosserien von Pkw und Nutzfahrzeugen aus Aluminium und Magnesium.