Amazon Go

Bild: Screenshot Youtube/Amazon

Der Online-Shopping-Riese Amazon hat sein erstes Lebensmittelgeschäft namens Amazon Go in einer Testphase eröffnet. Mit dem neuen Geschäftsmodell versucht Amazon den klassischen Einzelhandel aufzumischen. Der Laden ist der erste von mindestens drei Geschäftsmodellen.

Zwei der anderen Geschäftsformate sollen nach Erwägung von Amazon größer ausfallen als der verbraucherfreundliche Go-Laden, sagten mit der Situation vertraute Personen. Im November habe das Technologie-Team von Amazon einen Vorschlag genehmigt, wonach große Multifunktionsläden eröffnet werden sollen, wo der Kunde die Ware quasi am Straßenrand abholen können soll. Die Planungen dafür hätten begonnen und die Einstellungen liefen, so die Personen weiter. Zwei "Drive-Through-Prototypen", die keine Einkaufsmöglichkeit innerhalb des Ladens haben, sollen in den nächsten Wochen in Seattle eröffnet werden.

Bei seinen Lebensmittelgeschäften könne sich Amazon ausmalen, mehr als 2.000 stationäre Geschäfte unter seinem Namen zu eröffnen. Dies hängt davon ab, wie der Testladen läuft. Zum Vergleich: Die große Lebensmittel-Supermarkt-Kette Kroger betreibt in den Vereinigten Staaten rund 2.800 Läden in 35 Bundesstaaten. Bill Bishop von der Einzelhandelsberatungsgesellschaft Brick Meets Click sagte zu den Plänen von Amazon, der Konzern suche nach verschiedenen Möglichkeiten, wie das Produkt an den Kunden komme. "Jeder schaut auf den Lebensmitteleinzelhandel wegen der Kundenfrequenz. Und Frequenz bedeutet, dass man Massendichte hat", erklärte er.

Sensor ersetzt Kasse

Bei seinem Amazon-Go-Laden in Seatlle, der an die 1.800 Quadratmeter groß ist und in der Innenstadt liegt, soll das Einkaufen ohne Kasse funktionieren. Stattdessen registrieren Sensoren, welche Waren sich die Kunden aus dem Regal nehmen. Das Geld wird dann anschließend vom Amazon-Konto abgebucht und der Kunde bekommt die Rechnung.

Unterdessen hätten Arbeiter den ersten Prototyp-Laden des Modells Drive-Through in Ballard im Nordwesten von Seattle fertiggestellt, sagten die mit der Sache vertrauten Personen. In den kommenden Wochen soll der Laden an den Start gehen. Das holzgetäfelte Gebäude mit grüner Verkleidung und Überbau soll mindestens drei überdachte Buchten für Autos haben, wo die Bestellungen der Kunden entgegen genommen werden.

Wie die informierten Personen weiter sagten, sieht das dritte Geschäftskonzept großflächige Multfunktionsläden vor, die stationäres Einkaufen und das "Abholen am Straßenrand" zusammenführt. Die Läden sollen über eine Grundfläche von 30.000 bis 40.000 Quadratmetern verfügen und spartanisch eingerichtet sein. Es soll eine begrenzte Auswahl an Frischeprodukten geben. Der Rest könnte über Touchscreen bestellt und später geliefert werden. Die Geschäfte dieses Formats, die damit kleiner wären als die traditionellen US-Lebensmittelgeschäfte, könnten im späteren Jahresverlauf 2017 an den Start gehen.