Essential

Das Essential PH-1 ist das neue Modul-Smartphone von Android-Vater Andy Rubin. - Bild: Essential

Das Unternehmen, gegründet vom Erfinder der Google-Software Android, bestätigte die Aufnahme von 300 Millionen US-Dollar. Unter den Investoren sind der chinesische Internetkonzern und der Alexa-Fonds des Online-Händlers Amazon. Wie Essential weiter mitteilte, werden Amazon und der Elektronikhändler Best Buy die Handelspartner bei der Markteinführung sein.

Eine Information blieb das Unternehmen hingegen schuldig: Wann genau das 699-Dollar-Smartphone mit Titan-Hülle verfügbar sein wird.

"Es sind nur noch ein paar Wochen", sagte Essential-President Niccolo De Masi und wiederholte damit, was Gründer Andy Rubin vor ein paar Wochen sagte. "Ich werde in einer Woche ein konkretes Datum nennen."

Rubins Unternehmen will Apple und Samsung herausfordern. Das Smartphone soll etwa zu der Zeit auf den Markt kommen, wenn die beiden Konzerne neue Geräte vorstellen. Es wird erwartet, dass Apple im September drei neue Smartphones statt der üblichen zwei vorstellt, darunter ein besonderes iPhone zum zehnten Jubiläum mit einem anderen Display und neuen Funktionen wie dem drahtlosen Aufladen und Gesichtserkennungstechnologie. Samsung wird voraussichtlich im kommenden Monat sein Galaxy Note 8 zeigen.

Essential genießt die große Aufmerksamkeit vor allem Dank des Rufs seines Gründers Rubin, der sein früheres Startup Android 2005 an Google verkauft hatte. Dann half er mit, seine Software zum meistgenutzten Smartphone-Betriebssystem der Welt zu machen.

Letztlich versucht Essential, dieselbe Markenstärke aufzubauen wie Apple es mit seinem umfassenden Hardware-Software-Ökosystem geschafft hat. Das Essential-Gerät wird über einen speziellen Anschluss verfügen, mit dem das Unternehmen die Entwicklung einer großen Bandbreite an Zubehör anregen will. Außerdem plant Essential ein Gerät namens Home, mit dem sich andere Geräte im Haushalt steuern lassen. De Masi nannte auch dafür keinen Starttermin.

Essential will nicht sofort auf den Massenmarkt vorstoßen. Die geringe Größe des Unternehmens soll dazu genutzt werden, schneller als die großen Rivalen Innovationen auf den Markt zu bringen, wie de Masi sagte. Er verwies auf die Titan-Keramik-Hülle, die man in iPhone-Massen gar nicht herstellen könne.

"Wenn wir im ersten Jahr Geräte im niedrigen einstelligen Millionenbereich verkaufen können, wäre das schon ein großer Erfolg für ein Startup", sagte er. Anfangs wird das neue Smartphone nur in den USA und Kanada verfügbar sein. Die Mobilfunkpartner sind Sprint in den USA und Telus in Kanada.

Analysten sind skeptisch. "Ein gutes Produkt ist in einem umkämpften Markt nicht genug", sagte Analyst Neil Mawston von Strategy Analytics. Es sei wichtig, die großen Mobilfunkbetreiber AT&T, Verizon und T-Mobile US ins Boot zu holen. "Wenn die großen Drei es nicht anbieten, bist Du schon am Ende, bevor es richtig losgeht."

De Masi wollte nichts zur Bewertung von Essential sagen. Das Portal Equidate schätzt die Bewertung auf 1 Milliarde Dollar.