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Apple würde die Teilnehmer seines geplanten P2P-Bezahldienstes nicht zur Kasse bitten. - Bild: Apple

Die Gespräche dauerten an und es sei unklar, ob eine der Banken sich mit Apple bereits geeinigt habe, sagten mit der Sache vertraute Personen. Wichtige Einzelheiten seien noch offen, darunter auch technische Aspekte, von denen abhängt, wie sich der Dienst in die bestehende Infrastruktur der Bankenbranche einfügen würde.

Apple habe mit einer Reihe von Banken über den Dienst gesprochen, darunter J.P. Morgan Chase & Co., Capital One Financial Corp., Wells Fargo & Co. und U.S. Bancorp, sagten die Informanten.

Mit einem solchen Dienst tritt der Konzern mit einer wachsenden Zahl an Firmen aus dem Silicon Valley in Konkurrenz, die die US-Bürger davon überzeugen wollen, ihre Portemonnaies zu Hause zu lassen und stattdessen auf digitale Optionen zurückzugreifen.

Unklar ist zunächst auch, wie Apple mit einem solchen Dienst Geld verdienen will. Der Schritt markiert aber einen weiteren Vorstoß des Unternehmens, seine Kunden zu binden, indem sie ihre iPhones für die Bedürfnisse des täglichen Lebens verwenden - eben auch für Finanzdienste.

Der zur Diskussion stehende Dienst würde Nutzern ermöglichen, Zahlungen von ihren Girokonten über ihre Apple-Geräte an Empfänger zu senden. Er würde sehr wahrscheinlich mit dem bestehenden Apple-Pay-Bezahlsystem verbunden, mit dem Kunden Kredit- und Debitkartenzahlungen mit ihren mobilen Telefonen tätigen können.

Möglicher Start des neuen Dienstes 2016

Mit einem Start des neuen Dienstes ist in nächster Zeit nicht zu rechnen, aber laut Insiderinformationen könnte ein solcher Dienst im kommenden Jahr gestartet werden. In diesem Jahr hat Apple ein US-Patent für ein verschlüsseltes sogenanntes Person-to-Person-Bezahlsystem (P2P) erhalten, das elektronische Geräte nutzt, die drahtlos miteinander kommunizieren.

Sollte Apple mit den Plänen Ernst machen, wäre der Dienst vermutlich ähnlich strukturiert wie die Venmo-Plattform von PayPal. Venmo ist einer der am schnellsten expandierenden Dienste, auf den 19 Prozent aller Person-to-Person-Zahlungen entfallen, wie aus einem Bericht der Beratungsfirma Aite Group LLC hervorgeht. Besonders junge Erwachsene und Teenager bevorzugen diesen Dienst und mögen vor allem eine Funktion, die ihnen ermöglicht, ihre Zahlungen in sozialen Medien zu teilen.

Laut Patrick Moorhead, Analyst bei Moor Insights & Strategy, kämpfen Technologiefirmen teilweise auch um Zugang zu den Finanzinformationen der Nutzer. Diese können sie nutzen, um andere Produkte zu entwickeln. Als Apple zum Beispiel Apple Pay einführte, hatte der Konzern Hunderte Millionen Nutzer, die ihre Kreditkarten bei iTunes registrierten.

Noch aber bevorzugen die meisten Menschen traditionelle Bezahlmethoden, auch aus Sicherheitsbedenken. Zu den von Apple erwogenen Optionen gehöre auch die Nutzung eines bereits bestehenden Bezahldienstes, clearXchange, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person. Der Dienst ermöglicht Verbrauchern, ihre Girokonten zu nutzen um einander Geld mit einer Emailadresse oder Handynummer zu schicken.

Apple würde die Teilnehmer seines P2P-Bezahldienstes nicht zur Kasse bitten, sagte die informierte Person. Damit unterscheidet sich der Dienst von Apple Pay, bei dem die Banken Apple für jede Transaktion bezahlen.