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Während der Technologiekonzern Apple mit fallenden iPhone-Verkäufen kämpft, drängt er seine Zulieferer auf bessere Konditionen. Derweil wollen Mobilfunkanbieter im wichtigen chinesischen Markt die iPhone-Verkäufe mit hohen Rabatten ankurbeln. - Bild: Apple

Zulieferer des Konzerns aus Cupertino in Kalifornien sagten, Apple habe ihnen in den vergangenen Monaten mitgeteilt, sie müssten Preissenkungen für ihre Bauteile für das neueste iPhone-Modell akzeptieren. Gleichzeitig habe der Konzern die Prognose für das Auftragsvolumen gesenkt. Dies wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Gewinne einiger Zulieferer im zweiten Halbjahr drücken.

In den vergangenen zwei Wochen begann China Telecom damit, iPhone 6S-Modelle für 4.288 Yuan (knapp 577 Euro) zu verkaufen und damit deutlich unter dem auf der Apple-Webseite in China genannten Preis von 5.288 Yuan. Das geht aus Kassenzetteln seiner Filialen hervor. Die Konkurrenten China Mobile und China Unicom haben ebenfalls neue iPhone-Rabatte angeboten, auch wenn diese nicht so hoch sind wie jene der China Telecom. In den USA verkaufen große Telekomanbieter das iPhone 6S für 649 US-Dollar (583 Euro).

China-Absatz schwächelt bei Apple

Zwar ist es üblich, dass die iPhones zur Einführung eines neuen Modells rabattiert werden. Selten aber sind die Geräte dann in China günstiger als in USA, denn Importzölle und Mehrwertsteuern lassen die Preise steigen. Apple wollte zu den Beziehungen zu seinen Zulieferern und den niedrigeren iPhone-Preisen keine Stellungnahme abgeben. China Telecom, China Mobile und China Unicom waren zunächst für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Die Schritte von Apple unterstreichen die Schwierigkeiten vor denen Apple steht, um die Nachfrage nach seinen Produkten zu stützen. Denn die weltweite Nachfrage schwächt sich ab und chinesische Hersteller werden zu ernsthaften Rivalen.

Im dritten Geschäftsquartal war der Konzerngewinn um 27 Prozent eingebrochen, vor allem in China. Der Erzrivale Samsung verbuchte im gleichen Zeitraum sein profitabelstes Quartal seit zwei Jahren. Der Konzern hat beim Verkauf seines neusten Smartphones Galaxy S7, dass bereits auf dem Markt ist, einen Vorsprung. Apple will sein neuestes iPhone kommende Woche vorstellen.

Lieferanten sind bei neuem iPhone skeptisch

Die Apple-Zulieferer sagen, Apple habe ihnen in Aussicht gestellt, dass die Aufträge nach Markteinführung des neuen Modells wieder deutlich steigen werden. Doch da die iPhone-Verkäufe insgesamt in diesem Jahr gefallen sind, zögern die Lieferanten, auf einen Riesenhit zu wetten. Die Forderung nach Preisnachlässen hat einige von ihnen verärgert, denn viele erzielen einen Großteil ihrer Umsätze mit iPhone-Teilen.

Laut Analysten dürften die günstigeren Teile den Apple-Gewinn im zweiten Halbjahr stützen, aber die Gewinnaussichten bei den Zulieferern drücken, etwa bei dem iPhone-Monteur Foxconn oder dem Gehäusehersteller Catcher Technology.

Zwar haben einige Hersteller von schwer ersetzbaren Teilen gute Verhandlungspositionen, etwa der Chiphersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. und der Produzent von Kameralinsenmodulen Largan Precision, doch andere Teile bezieht Apple aus mehreren Quellen. Somit hat Apple Spielraum, um bessere Preise zu verlangen.