Licht im Dunkeln? Das gilt für Apple derzeit eher nicht. Im zweiten Quartal hat der der

Licht im Dunkeln? Das gilt für Apple derzeit eher nicht. Im zweiten Quartal hat der der US-Technologiekonzern deutlich schlechter abgeschnitten als erwartet. - Bild: Apple

Egal ob iPhone, iPad oder Mac: Durch die Bank hat Apple weniger Geräte verkauft als vor einem Jahr. Sowohl Erlöse als auch Gewinn des Technologiekonzerns lagen unter den Erwartungen der Analysten. Die jüngste Entwicklung wirft die Frage auf, ob die besten Zeiten nun hinter dem wertvollsten Unternehmen der Welt liegen.

Investoren reagierten mit umfangreichen Verkäufen, die Aktie stürzte nachbörslich um 8 Prozent auf 96,12 US-Dollar ab. Die Aktie hat auch schon in letzter Zeit in der Gunst der Anleger verloren: allein im Verlauf des vergangenen Jahres hat Apple mehr als ein Viertel seines Marktwertes eingebüßt.

Die Einbußen zeigen, mit welchen Problemen Tim Cook zu kämpfen hat, der 2011 Steve Jobs an der Spitze des Konzerns ablöste. Seinerzeit war das Kulthandy iPhone ein Erfolg, das iPad boomte und die Apple Watch befand sich in der Entwicklung.

Nach einer achtjährigen Erfolgssträhne mit wachsenden iPhone-Verkäufen seit der Markteinführung des Smartphones 2007 setzte Apple im vergangenen Quartal mit 51,19 Millionen Stück 16,3 Prozent weniger ab als im Vorjahreszeitraum. Das iPhone trug im März-Quartal 65 Prozent zum Konzernumsatz bei. Auch beim iPad läuft es seit mehr als zwei Jahren nicht mehr rund, der Absatz sank zuletzt um 19 Prozent auf 10,25 Millionen Stück. Und die Apple Watch ist erst seit kurzem am Markt.

Probleme am chinesischen Markt

Der Gewinn ging im Berichtsquartal per 26. März um 22,5 Prozent zurück, wie die Apple Inc mitteilte. In dem Quartal sank der Nettogewinn von 13,57 Milliarden Dollar auf 10,52 Milliarden Dollar. Je Aktie verdiente Apple noch 1,90 Dollar nach 2,33 Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging um 13 Prozent auf 50,55 Milliarden Dollar zurück. Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten mit einem Gewinn von 2 Dollar je Aktie bei Einnahmen von 51,97 Milliarden Dollar gerechnet.

Deutlich nach unten ging es beim Umsatz in China. Er sackte um gut ein Viertel auf 12,49 Milliarden Dollar ab. Im Vergleichsquartal 2015 war der Umsatz noch um 71 Prozent in die Höhe geschossen. Im Reich der Mitte lahmt einerseits die Konjunktur, andererseits bauen chinesische Konkurrenten wie Huawei und Xiaomi zunehmend selbst starke Marken auf. In vielen anderen Schwellenmärkten spielt Apple ohnehin keine Rolle, weil die iPhones für viele Smartphonekäufer zu teuer sind.

Ausblick wenig aufmunternd

Apple hat Schwierigkeiten, den Umsatzschub nach der Einführung seiner Smartphones mit größeren Displays Ende 2014 aufrecht zu erhalten. Deren Nachfolgemodelle sind von den Kunden mit sehr viel weniger Enthusiasmus aufgenommen worden, und Apple hatte vor einem Umsatz klar unter den Erwartungen der Marktbeobachter gewarnt.

Auch das laufende Quartal könnte enttäuschen: Der Konzern stellt für das dritte Quartal Einnahmen zwischen 41 Milliarden und 43 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten hier zuletzt mit 47,3 Milliarden Dollar gerechnet. Die viel beachtete Bruttomarge dürfte 37,5 bis 38 Prozent erreichen, das liegt ebenfalls unter der Markterwartung von 39,3 Prozent.

Eine gute Nachricht hatte Apple aber dann doch im Gepäck: Die Aktionäre sollen stärker am Gewinn beteiligt werden. Bis Ende März 2018 will der Konzern über Dividenden und Aktienrückkäufe 250 Milliarden Dollar ausschütten, bisher lag die Summe bei 200 Milliarden bis März 2017.