Für Arcelor ist in Deutschland die Belastungsgrenze für die Stahlbranche erreicht (Bild: Arcelor).

Für Arcelor ist in Deutschland die Belastungsgrenze für die Stahlbranche erreicht (Bild: Arcelor).

BERLIN (Dow Jones/ks)–Die Kosten durch die sogenannte EEG-Umlage infolge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und die Abgaben für den Kauf von Emissionszertifikaten würden die Strompreise in Deutschland stetig steigen lassen. “Das öffnet der internationalen Konkurrenz Tür und Tor”, fürchtet Schulz. Denn Stahl sei heute ein globales Geschäft.

“Wenn die Konditionen nicht mehr stimmen, kaufen Autohersteller und Maschinenbauer irgendwann woanders.” In einigen Jahren vielleicht sogar in China. “Die Qualität der dortigen Hersteller wird stetig besser,” fügte der Stahl-Manager im Gespräch mit der Welt hinzu. Für die Stahlherstellung in Deutschland sieht er nur dann noch eine Zukunft, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Mittlerweile sei die Belastungsgrenze aber erreicht.

Der Manager appelliert daher an die Politik, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Schließlich werde seine Industrie für die angestrebte Energiewende in Deutschland gebraucht. “Stahl ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung, wenn es um die klimapolitischen Herausforderungen geht,” sagte Schulz der Welt.

Derweil will sich Arcelor-Mittal unabhängiger von den großen Rohstofflieferanten machen. Der Marktführer erschließt deswegen eigene Erz- und Kohle-Minen. “Wir sind mittlerweile auch ein Bergbaukonzern”, sagte Schulz.

Gut 54 Mio Tonnen Erz habe die Gruppe im vergangenen Jahr gefördert, dazu acht Millionen Tonnen Kohle. Und das soll erst der Anfang sein. “Wir arbeiten kontinuierlich am Ausbau unserer Kapazitäten”, fügte Schulz hinzu. Die Rohstoffsicherung habe höchste Priorität. Aktuell erschließt Arcelor-Mittal der Welt zufolge große Vorkommen in Kanada und Liberia. Der Selbstversorgungsgrad beim Eisenerz soll dadurch von derzeit knapp 42% auf fast 80% im Jahr 2015 ansteigen.