PARIS (DJ/gk). Die Kapitalerhöhung des staatlichen französischen Kraftwerksbauers Areva, mit deren Erlösen unter anderem der bisherige Partner Siemens ausbezahlt werden soll, fällt wohl deutlich niedriger aus als geplant. Nach langen Verhandlungen wolle der Staatsfonds von Kuwait nun für 600 Mio Euro eine Beteiligung von 4,8% an Areva erwerben, sagte Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde am Freitag. Zudem werde die Regierung 300 Mio Euro in das Unternehmen investieren. In Gespräche mit zwei anderen interessierten Investoren sei jedoch keine Einigung erzielt worden.

Die französische Regierung kontrolliert derzeit mehr als 93% an Areva und hatte nach Möglichkeiten gesucht, um die notwendigen Investitionen des Kraftwerksbauers zu finanzieren. Ursprünglich sollten Investoren insgesamt 15% an dem Unternehmen angeboten werden. Die Transaktion, die der Aufsichtsrat nun auf einem für Samstagmorgen angesetzten Treffen diskutieren werde, sei aber weit von diesen 15% entfernt, sagte ein Analyst aus Paris.

Mit der Siemens AG streitet sich Areva über den Wert des Kernenergie-Joint-Ventures Areva NP. Der Münchner DAX-Konzern will seinen 34-prozentigen Anteil an dem Unternehmen an die Franzosen zurückgeben. Areva beziffert den Wert von Areva NP mit rund 200 Mio Euro, obgleich das Joint Venture mit rund 2 Mrd Euro in ihren Büchern steht. Bei Siemens schätzt man den Wert mit 4 Mrd Euro deutlich höher. Der Fall wird vor einem Schiedsgericht in Paris verhandelt.

Lagarde sagte weiter, der kuwaitische Fonds und die französische Regierung hätten sich auf den Rahmen eines Aktionärspakts geeinigt, der die Börsennotierung von Areva bis Mitte 2011 ermöglichen würde. Derzeit wird nur 3% von Arevas Aktienkapital in Form von Investmentzertifikaten ohne Stimmrecht gehandelt.