Konzernchef Ronnie Leten freut sich über den Erfolg im Geschäftsjahr 2010 (Bild: Atlas Copco).

Konzernchef Ronnie Leten freut sich über den Erfolg im Geschäftsjahr 2010 (Bild: Atlas Copco).

von Annika Mentgen

S-STOCKHOLM / D-ESSEN. „Mit Stolz können wir auf das vergangene Jahr zurückblicken“, sagt Ronnie Leten, President und CEO der Atlas Copco Gruppe. „Wir haben unsere Marktposition gestärkt und sehr gute Ergebnisse erreicht.“

Und damit meint Leten wohl vor allem sein um 53 % verbessertes Betriebsergebnis von 13,9 Mrd SEK (1,4 Mrd Euro). Für den Konzern bedeutet dies ein Rekordergebnis, den höchsten Gewinn aller Zeiten. Auch legte der Auftragseingang um 29 % auf 75,2 Mrd SEK (7,9 Mrd Euro) zu.

Der Umsatz der Atlas-Copco-Gruppe in Höhe von 69,9 Mrd SEK (7,3 Mrd Euro) konnte allerdings noch nicht an den Wert aus dem Rekordjahr 2008 anknüpfen (74,2 Mrd SEK , bzw. 7,7 Mrd Euro). Die Ziele für den Konzern stehen fest: eine nachhaltige Gewinnwachstumsrate von 8 % und eine steigende Ausschüttungsquote.

Deutsche Holding verbucht deutlich höhere Aufträge

Die elf Gesellschaften unter dem Dach der deutschen Atlas Copco haben 2010 mit Industriewerkzeugen, Kompressoren und Baumaschinen sowie den entsprechenden Dienstleistungen rund 655 Mio Euro umgesetzt – etwas weniger als im Jahr zuvor (670 Mio Euro). Dennoch konnte im Auftragseingang ein gutes Plus von 21,4 % auf 594 Mio Euro verbucht werden.

Dies ist laut Atlas Copco auf die 2010 zunächst noch verhaltene, im zweiten Halbjahr und besonders im vierten Quartal dann stark anziehende Nachfrage in allen Sparten zurückzuführen. Die höheren Auftragseingänge spiegeln sich jedoch noch nicht im Umsatz der Holding wider, weil die Zyklen im Anlagenbau von denen im allgemeinen Maschinenbau abweichen; steigende Auftragseingänge werden im Anlagenbau mit Verzögerung umsatzwirksam.

Auf Eis gelegte Projekte werden wieder aufgenommen

Die Produktionsgesellschaften erwarten, ebenso wie die Vertriebsgesellschaften der Holdings, für 2011 ein deutlich verbessertes Geschäft. Die Umsätze der deutschen Vertriebsgesellschaften waren schon 2010 im Vorjahresvergleich wieder gestiegen. So legte die Nachfrage aus dem Maschinenbau und der Automobilindustrie nach hochwertigen Industriewerkzeugen gegen Ende des Jahres wieder kräftig zu, was sich in diesem Jahr noch stärker bemerkbar machen dürfte.

Im Bereich der Kompressoren und Drucklufttechnik verzeichnete Atlas Copco ab dem zweiten Halbjahr eine zunehmende Entscheidungsfreudigkeit der Kunden. „Die Industrie geht jetzt wieder größere Projekte an, die sie zwischenzeitlich auf Eis gelegt hatte“, sagt Holding-Geschäftsführer Ulrich Schoene. „Da kommt uns zugute, dass wir die Krise der vergangenen Jahre unter anderem dazu genutzt haben, uns noch breiter aufzustellen und Produktinnovationen zu entwickeln.“