Getriebefertigung bei ZF: Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bislang keine

Getriebefertigung bei ZF: Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bislang keine Unregelmäßigkeiten in der Zusammenarbeit mit dem umstrittenen koreanischen Geschäftsmann Sung festgestellt (Bild: ZF).

Auch der Antriebsspezialist ZF Friedrichshafen arbeitet mit dem im Mittelpunkt der Compliance-Untersuchung bei Tognum stehenden südkoreanischen Vertriebsvermittler zusammen.


FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Wie etliche andere Unternehmen steht auch ZF in Geschäftsbeziehung zu Unternehmen von Chung Eui Sung”, erklärte das Traditionsunternehmen in einem Email-Statement. “In Zusammenhang mit Provisionszahlungen an diese südkoreanischen Unternehmen hat ZF bisher keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten feststellen können”, hieß es. Weitere Details wollte ein Sprecher nicht nennen. Bekannt ist Chung Eui Sung auch in der direkten Nachbarschaft von ZF am Bodensee, nämlich beim Motorenhersteller Tognum. Seit rund drei Wochen macht die Tochtergesellschaft von Daimler und Rolls-Royce wegen einer möglichen Compliance-Äffare von sich reden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Bestechung und der Untreue im Asien-Geschäft, nachdem Tognum den Stein selbst ins Rollen gebracht und die Behörde über möglichen Unregelmäßigkeiten in Kenntnis gesetzt hatte.

Unter anderem werden Provisionszahlungen an Vertriebsvermittler in Südkorea von rund 26,7 Mio Euro auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft, von denen mehr als die Hälfte auf Offshore-Konten ging. Beleuchtet werden außerdem Zuwendungen an südkoreanische Militärs, etwa in Form von Reisen nach Thailand und Besuchen in Etablissements in Höhe von 160.000 Euro. Die zwielichtigen Zahlungen flossen zwischen 2000 und 2011. Im Zentrum der Untersuchungen steht eben jener Chung Eui Sung.

Der Koreaner ist unter anderem auch für Thyssen-Krupp und die MAN-Tochter Renk aktiv. Beide Unternehmen untersuchen gegenwärtig intern, ob Fehlverhalten vorliegt. Bei Tognum rollte im Zusammenhang mit der Compliance-Untersuchung bereits der erste Kopf: Vertriebsvorstand Peter Kneipp, der lange Jahre das Asien-Geschäft leitete, wurde Ende vorvergangener Woche von seinen Aufgaben entbunden.