Audi-CEO Rupert Stadler und An Tiecheng, Präsident FAW-VW beim Festakt zur Ankündigung des neuen

Audi-CEO Rupert Stadler und An Tiecheng, Präsident FAW-VW beim Festakt zur Ankündigung des neuen Produktionsstandorts in Foshan (Bild: Audi).

von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–Entstehen soll dort auf einer Fläche von 100 Hektar durch das Joint Venture FAW-VW eine vollständige Produktion mit Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei und Montage. First Automobile Works (FAW) und die Audi-Mutter Volkswagen hatten 1991 ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, an dem sich 1995 auch die Ingolstädter mit 10% beteiligten.

Die neue Fabrik soll rund 4.000 Personen beschäftigen und eine Kapazität von 150.000 bis 200.000 Autos jährlich haben. Gefertigt werden soll in Foshan ein neues Mitglied der A3-Familie.

“Um auch die zukünftigen Herausforderungen gemeinsam anzugehen, wollen wir unsere Präsenz in China deutlich ausbauen und unsere strategische Partnerschaft weiter stärken”, sagte Audi-Vorstandschef Rupert Stadler. “Das neue Werk ist ein bedeutender Meilenstein in unserer langfristigen Wachstumsstrategie im Reich der Mitte”.

Die VW-Tochter ist in China bereits seit mehr als 20 Jahren gemeinsam mit FAW aktiv. Im nordchinesischen Changchun rollen der A4L, der A6L sowie der Q5 vom Band. Läuft das neue Werk auf Hochtouren, hat Audi eine Gesamtkapazität von 700.000 Autos pro Jahr in China. FAW-VW investiert in dem Land in den nächsten fünf Jahren rund 3 Mrd EUR in Produkte, Produktion und Vertrieb der Marke Audi.

Audi ist in China Marktführer für Premiumautos. Dabei profitierte die Marke mit den vier Ringen unter anderem von dem frühen Engagement der Konzernmutter VW in dem Land. China wird in diesem Jahr mit 300.000 anvisierten Verkäufen der größte Markt für Audi sein, global soll erstmal die Marke von 1,3 Mio Einheiten geknackt werden. Branchenexperten sagen gerade den Premiumherstellern in China eine rosige Zukunft voraus, da die Zahl der Vielverdiener rapide zulegt – und damit die Zahl der potenziellen Käufer von Oberklassewagen.

Die boomende Automobilnachfrage in China hatte die Industrie in der schweren Wirtschaftskrise von 2008 und 2009 vor deutlich Schlimmerem bewahrt und die Volksrepublik zum weltweit wichtigsten Markt gemacht. 2010 startete die Branche dann ein nicht für möglich gehaltenes Comeback – viele Hersteller stiegen wie Phoenix aus der Asche auf und feierten Absatzrekorde, die in diesem Jahr nochmals getoppt werden dürften.