Volkswagen-Premiumautotochter Audi will 2011 eine zweistellige operative Rendite schaffen. (Bild:

Volkswagen-Premiumautotochter Audi will 2011 eine zweistellige operative Rendite schaffen. (Bild: Audi AG).

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

INGOLSTADT (Dow Jones/ks)–Bei einem Umsatz von 35,4 (Vorjahr: 29,8) Mrd Euro erwirtschafteten die Ingolstädter eine operative Rendite von 9,4% – ein neuer Rekord. Damit liege Audi mit an der Spitze der Premiumhersteller, sagte Vorstandschef Rupert Stadler. “2010 war damit das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte”. Die bislang höchste Marge hatte Audi im Jahr 2008 mit 8,1% erreicht, im Krisenjahr 2009 waren es 5,4%. Nach Steuern verdiente Audi im vergangenen Jahr knapp 2,6 (1,3) Mrd Euro. Die Nettoliquidität stieg zum Jahresende um gut ein Viertel auf rund 13,4 Mrd Euro.

Die Muttergesellschaft Volkswagen hatte bereits Ende Februar vorläufige Zahlen für 2010 vorgelegt. Dank eines neuerlichen Verkaufsrekords kletterte der Umsatz der Wolfsburger um gut ein Fünftel auf fast 127 Mrd Euro. Der operative Gewinn vervierfachte sich fast auf 7,1 Mrd Euro.

Nach überstandener Krise profitierte Audi wie auch die Oberklasse-Konkurrenten BMW und Mercedes-Benz im vergangenen Jahr vor allem von der boomenden Nachfrage in China und der Erholung des US-Marktes. Insgesamt brachte Audi 2010 gut 1,09 Mio Autos weltweit an die Kunden, ein Plus von 15% und eine neue Bestmarke.

Die Mercedes-Benz-Mutter Daimler hatte bereits im Februar Jahreszahlen vorgelegt. Gute Pkw-Verkaufszahlen und eine überraschend schnelle Erholung der Lkw-Märkte bescherten den Schwaben einen kräftigen Gewinnsprung: Operativ fuhr der Konzern nach Milliarden-Verlusten im Jahr 2009 nun einen Gewinn von 7,3 Mrd Euro ein, zu dem die Pkw-Sparte 4,7 Mrd Euro beitrug. Die Marge lag damit bei 8,7%. Branchenprimus BMW wird voraussichtlich im Laufe dieser Woche erste Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt geben.

In diesem Jahr sollen die Verkäufe von Audi – erneut angetrieben von der Nachfrage in den Schwellenländern sowie den USA – um gut ein Zehntel auf mehr als 1,2 Mio Autos zulegen. Der Jahresauftakt ist schon einmal geglückt: In den ersten beiden Monaten des Jahres stieg der Absatz insgesamt um gut ein Fünftel.

Vertriebschef Peter Schwarzenbauer stellte unlängst auf dem Genfer Automobilsalon das beste erste Quartal in der Unternehmensgeschichte in Aussicht. Auch mit Blick auf die Finanzkennzahlen im Gesamtjahr ist man in Ingolstadt zuversichtlich: “Wir wachsen nachhaltig und streben eine operative Umsatzrendite auf dem hohen Niveau des Vorjahres an”, sagte Finanzvorstand Axel Strotbek am Dienstag.

Allerdings warnte der Manager auch vor zu großem Optimismus: “Wir stehen auch weiterhin vor großen Herausforderungen wie der wachsenden Volatilität der wichtigsten Währungen oder zunehmenden Schwankungen der Rohstoffpreise”. Audi sei allerdings gut abgesichert, so Strotbek. “Der Audi Konzern ist somit gut gerüstet, um an den Erfolg des Jahres 2010 anzuknüpfen”.

Bis 2015 will die Volkswagen-Tochter weltweit mehr als 1,5 Mio Autos verkaufen und damit das Rennen um die Krone im Premiumsegment machen. Auch wenn Audi in den vergangenen Jahren die Lücke zu BMW und Mercedes-Benz ein gutes Stück schließen konnte, liegen die Oberbayern bei den Verkaufszahlen nach wie vor hinter der Konkurrenz aus München und Stuttgart auf Platz drei.