Die Marge des laufenden Geschäfts schrumpfte wegen hoher Aufwendungen für künftige Fahrzeuge und

Die Marge des laufenden Geschäfts schrumpfte wegen hoher Aufwendungen für künftige Fahrzeuge und neue Fabriken von 10,1 auf 9,6 Prozent. - Bild: Audi

Die Marge des laufenden Geschäfts schrumpfte wegen hoher Aufwendungen für künftige Fahrzeuge und neue Fabriken von 10,1 auf 9,6 Prozent. Im angefangenen Jahr wollen die Audi-Verantwortlichen abermals mehr Autos verkaufen. Die Rendite dürfte der am Dienstag veröffentlichten Unternehmensprognose zufolge gleichwohl zwischen 8 und 10 Prozent verharren. Die Vorleistungen für neue Techniken und zusätzliche Kapazitäten dürften weiter steigen.

Hohe Aufwendungen für künftige Fahrzeuge und Fabriken

Schon im vergangenen Jahr erwirtschaftete Audi im laufenden Geschäft mit 5,15 Milliarden Euro nur rund 2,4 Prozent mehr als im Jahr 2013. Der Nettogewinn verbesserte sich unter anderem durch den Erfolg der Aktivitäten in China deutlich stärker von 3,96 auf 4,37 Milliarden Euro. Der Gewinn fließt zum größten Teil in die Kasse der Konzernmutter Volkswagen: Sie erhält wegen des zwischen den Unternehmen geschlossenen Gewinnabführungsvertrags 3,24 Milliarden Euro des Audi-Gewinns und damit rund 2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Weniger stark als das Nettoergebnis, doch stärker als den operativen Gewinn steigerte Audi den Umsatz: Die Erlöse verbesserten sich um 7,8 Prozent auf 53,79 Milliarden Euro. Grund dafür sind die Verkaufserfolge des Unternehmens in fast allen Regionen der Welt. Wie Audi schon im Januar mitgeteilt hatte, stieg die Zahl der ausgelieferten Autos der Marke Audi im vergangenen Jahr um 10,5 Prozent auf 1,74 Millionen Fahrzeuge. Nur in Russland verkaufte Audi angesichts der dortigen Wirtschaftskrise weniger Autos als im Vorjahr.

“Wir haben 2014 mehr geliefert als versprochen”, zitierte Audi am Dienstag denn auch den eigenen Vorstandschef Rupert Stadler. Trotz des Renditerückgangs wertete Finanzvorstand Axel Strotbek die Zahlen des Jahres 2014 laut Unternehmensmitteilung als Beleg dafür, “dass wir uns konsequent auf die Zukunft vorbereiten und trotzdem sehr profitabel wirtschaften”. Schon im Jahr 2013 war die Marge von Audi leicht geschrumpft. Das Unternehmen investiert seit einiger Zeit in seine weltweite Expansion und etwa in neue Antriebstechniken. Wie andere Premium-Hersteller setzen Audi die Vorgaben zur Senkung des CO2-Ausstoßes in einigen Regionen der Welt unter Druck. Audi plant unter anderem vor diesem Hintergrund, bis zum Jahr 2019 rund 24 Milliarden Euro zu investieren. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen die eigene Produktpalette auf 60 Modelle erweitern.

Audi stellte am Dienstag vor dem Hintergrund weiter steigende Vorleistungen in Aussicht. Der Premium-Autohersteller warnte zudem, das konjunkturelle Umfeld sei im Jahr 2015 “schwer prognostizierbar”. Hinzu komme eine “steigende Wettbewerbsintensität in Schlüsselmärkten”. Im angefangenen Jahr will Audi trotzdem einen weiteren Auslieferungsrekord aufstellen. Die operative Marge soll im “strategischen Zielkorridor” von 8 bis 10 Prozent bleiben.

Wichtiger Gewinnbringer für den Volkswagen-Konzern

Audi hat sich schon früher das Ziel gesetzt, im Jahr 2020 als Sieger aus dem Absatzwettstreit mit BMW und Daimler, den beiden anderen deutschen Premium-Autoproduzenten, hervorzugehen. Im vergangenen Jahr übertraf die VW-Tochter zwar das Auslieferungsplus des Marktführers BMW von 9,5 Prozent. Noch stärker wuchs mit einem Absatzanstieg von 12,9 Prozent aber Mercedes-Benz, die Nummer drei unter den deutschen Premiummarken. Die operative Rendite von Daimlers Autosparte, zu der außer Mercedes-Benz auch Smart gehört, lag mit 8,0 Prozent allerdings deutlich unter der Marge von Audi. BMW berichtet erst in den nächsten Tagen über die Ergebnisse des vergangenen Jahres.

Für den Volkswagen-Konzern ist Audi einer der wichtigsten Gewinnbringer. Das zeigt auch der Vergleich mit der konzernweiten Rendite: Europas größtem Autounternehmen blieben im vergangenen Jahr 6,3 Prozent des Umsatzes als Gewinn des laufenden Geschäfts. Vor allem im Massengeschäft setzen den Konzern, der am Donnerstag ausführliche Geschäftszahlen vorlegen will, die ungünstigen Bedingungen etwa in Südamerika und Osteuropa unter Druck.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke