Audi,Abgas,Dieselskandal

Die Volkswagen-Tochter Audi hat laut Bundesverkehrsminister Dobrindt unzulässige Abgas-Software verwendet. - Bild: Audi

Die VW-Tochter habe bei 24.000 Autos eine verbotene Software zur Manipulation der Abgaswerte eingesetzt, erklärte Dobrindt auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Donnerstagabend in Berlin.

"Nach unserer Analyse handelt es sich bei diesen Auffälligkeiten um eine sogenannte Lenkwinkel-Erkennung", sagte der CSU-Politiker. "Sie ist nach unserer Beurteilung eine unzulässige Abschalteinrichtung." Die Manipulationen seien am Mittwoch entdeckt worden.

Die Software hat laut Dobrindt erkannt, wann sich ein Auto auf dem Abgasprüfstand befand und die Abschalteinrichtung eingeschaltet. Betroffen sind die Modelle Audi A8 und A7 mit V6- und V8-Dieselmotoren aus den Baujahren 2009 bis 2013. Für die 24.000 Autos kündigte der Minister einen verpflichtenden Rückruf in die Werkstätten an. Nach seinen Worten ist die Hälfte der Modelle in Deutschland zugelassen, die anderen 50 Prozent in anderen europäischen Ländern. Er habe am Donnerstag über die Manipulationen mit VW-Chef Matthias Müller gesprochen. "Wir haben Volkswagen aufgegeben, uns bis zum 12.06. entsprechende Lösungsvorschläge zu übermitteln."

Milliarden-Vergleich in den USA

Die VW-Premiumtochter hatte bereits vergangenes Jahr knapp 2 Milliarden Dollar wegen der Dieselverfahren in den USA zahlen müssen, wo die Ingolstädter 83.000 Autos mit Betrugssoftware verkauft hatten. "Als Konsequenz aus der Diesel-Affäre stellen wir bei Audi alles auf den Prüfstand", hatte Audi-Chef Rupert Stadler auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens im März erklärt. Die Aufarbeitung des Diesel-Skandals sei noch lange nicht abgeschlossen.

Razzia bei Audi: Fahnder durchsuchen Zentrale in Ingolstadt

Die Volkswagen-Tochter Audi gerät im Abgasskandal zunehmend ins Visier der Behörden. Die Staatsanwaltschaft München hat Büros des Premiumherstellers in Ingolstadt und Neckarsulm durchsucht.

Ein Audi-Sprecher sagte, dass man mit den Behörden kooperiere, ohne weitere Angaben zu machen. Bei der Staatsanwaltschaft war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. mehr