Audi Ringe

Audi gesteht ein, in den Drei-Liter-Dieselmotoren ihrer Luxusautos eine Software eingebaut zu haben, die Schadstoffwerte schönt. - Bild: Audi

Die Kosten für die Nachbesserung schätzt die Volkswagen-Tochter laut einer Mitteilung vom Montagabend auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Audi räumte ein, insgesamt drei Softwareprogramme im Rahmen der US-Zulassungsdokumentation nicht offengelegt zu haben. "Eines davon wird nach geltender US-Gesetzgebung als Defeat Device betrachtet." Unter einem Defeat Device wird eine Funktion verstanden, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt.

Nun habe sich das Unternehmen mit der US-Umweltbehörde EPA auf die Nachbesserung der 3,0-Liter-Dieselmotoren verständigt. Die technische Lösung werde gemeinsam mit den Behörden erarbeitet, teilte die Volkswagen-Tochter mit. "Audi wird Parameter in der in den V6 TDI 3.0 Dieselmotoren installierten Software überarbeiten, detailliert dokumentieren und in den USA neu zur Genehmigung vorlegen."

Die aktualisierte Software werde aufgespielt, sobald sie von den Behörden freigegeben sei. Betroffen seien die drei Marken Audi, Porsche und Volkswagen.

Software wird aktualisiert

Im Mittelpunkt der jüngsten Gespräche mit der EPA und der kalifornischen Umweltbehörde CARB habe das Eingeständnis (Notice of Violation) von Anfang November gestanden, wonach Audi mit der beanstandeten Software wegen nicht ausreichender Beschreibung und Deklarierung gegen das US-Gesetz verstoßen habe. "Dies wird nun mit der aktualisierten Software und der Dokumentation nachgeholt", erklärte das Ingolstädter Unternehmen.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass alle Volkswagen-Modelle mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien. Diese Software kann laut den Regulierern die Ergebnisse von Abgastests manipulieren. Bislang war davon die Rede, dass nur die Modelljahre 2014 bis 2016 betroffen seien.

Der von Audi entwickelte Motor wurde ab dem Modelljahr 2009 in den Audi-Modellen A6, A7, A8, Q5 und Q7 für den US-Markt eingebaut. Volkswagen setzt das Aggregat im Touareg und Porsche seit dem Modelljahr 2013 im Cayenne ein. Alle betroffenen Modelle seien technisch sicher und fahrbereit, so Audi.

Desaster für den neuen VW-Chef?

Matthias Müller
Die Nachricht aus Ingolstadt ist für den neuen VW-Konzernchef Matthias Müller ein Desaster. - Bild: VW

Die Nachricht aus Ingolstadt ist für den neuen VW-Konzernchef Matthias Müller ein Desaster: Anders als die Manipulationen selbst kann er die Behauptung, es habe in den Oberklassewagen keine Abschaltungseinrichtung gegeben, nicht mehr seinem zurückgetretenen Vorgänger Martin Winterkorn in die Schuhe schieben, so die Süddeutsche Zeitung.

Sie stammt vielmehr bereits aus seiner, Müllers, Amtszeit. Entweder wurde also bei VW nach dem Wechsel an der Konzernspitze weiter gelogen, oder aber die Firmentochter Audi hat den neuen Chef hinters Licht geführt. Noch kurz vor der Veröffentlichung der Mitteilung hatte Müller erklärt, der Aufwand für die Nachrüstung sei "technisch, handwerklich und finanziell überschaubar" (Quelle: Süddeutsche Zeitung).