Die Absatzentwicklung der vergangenen Monate stimmt die Audi-Verantwortlichen zunehmend bescheiden.

Die Absatzentwicklung der vergangenen Monate stimmt die Audi-Verantwortlichen zunehmend bescheiden. - Bild: Audi

Die Absatzentwicklung der vergangenen Monate stimmt die Audi-Verantwortlichen zunehmend bescheiden: Die Chefs der Volkswagen-Tochter haben das Wort “deutlich” aus ihrer Prognose für das Absatzwachstum im Gesamtjahr gestrichen.

Den Gewinnausblick ließ der Audi-Vorstand am Donnerstag gleichwohl unverändert. Audi dürften im Jahr 2015 demnach 8 bis 10 Prozent vom Umsatz als operativer Gewinn bleiben.

Im zweiten Quartal hatte der Premiumhersteller mit 9,9 Prozent denn auch eine Rendite an der oberen Grenze der Spanne erzielt, wie schon aus den am Mittwoch veröffentlichten Volkswagen-Zahlen hervorgegangen war. Die Marge blieb damit auch genau auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Den Gewinn des laufenden Geschäfts steigerte Audi zwischen April und Juni um 9,9 Prozent auf 1,49 Milliarden Euro. Zugleich verbesserte sich der Umsatz um 10,1 Prozent auf 15,13 Milliarden Euro.

Die Absatzentwicklung fiel in den vergangenen Monaten allerdings weniger gut aus als noch kurz zuvor: Im zweiten Quartal steigerte Audi die Zahl der ausgelieferten Autos nur noch um 1,7 Prozent, nach 6,1 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres. Grund für die Entwicklung ist vor allem der Wachstumseinbruch in China. In dem Land übergab Audi im zweiten Quartal 2,5 Prozent weniger Autos an seine Kunden als noch im Vorjahr. Eine Audi-Sprecherin hatte vor dem Hintergrund schon Mitte Juli gesagt, der Hersteller stelle sein Absatzziel für China “auf den Prüfstand”.

Absatzwachstum, kein “deutliches” Absatzwachstum

Weltweit rechnen die Audi-Chefs für das Gesamtjahr zwar noch mit einem Absatzwachstum. Noch nach dem ersten Quartal hatten sie aber von einem “deutlichen” Zuwachs gesprochen.

Die Entwicklung in dem Land stimmte jüngst auch die Verantwortlichen der Audi-Konzernmutter Volkswagen pessimistischer. Sie sagten für den Konzern am Mittwoch nur noch Auslieferungen auf dem Vorjahresniveau voraus, nachdem sie für das Gesamtjahr wenige Monate zuvor noch eine “moderate Steigerung” prognostiziert hatten. Volkswagen meldete für das zweite Quartal zudem einen Rückgang des anteiligen operativen Ergebnisses seiner Joint-Ventures in China. Die Kennzahl dürfte nach den Aussagen der Konzernchefs auch im Gesamtjahr leicht zurückgehen.

Der Erfolg der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen fließt sowohl bei Volkswagen als auch bei Audi zum großen Teil nicht in die operativen Kennzahlen, sondern in das Finanzergebnis ein. Audi steigerte den Gewinn nach Steuern im zweiten Quartal gleichwohl von 1,30 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,33 Milliarden Euro. “Der Audi-Konzern hat seine Stärke in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erneut unter Beweis gestellt”, zitierte der Autohersteller denn auch seinen Vorstandschef Rupert Stadler.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke