Audi will auch im zweiten Halbjahr mit einer Marge von 10% seinen Zielkorridor erreichen (Bild: Audi

Audi will auch im zweiten Halbjahr mit einer Marge von 10% seinen Zielkorridor erreichen (Bild: Audi AG).

FRANKFURT (Dow Jones/buc). Die Marke mit den vier Ringen will bei der Rendite dauerhaft zwischen 8% und 10% liegen, sagte Finanzvorstand Axel Strotbek am Freitag. Im ersten Halbjahr hatte Audi erneut einen großen Anteil an dem erfolgreichen Abschneiden von Europas größtem Autohersteller VW.
Wie bereits aus dem am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresbericht der Volkswagen AG hervorgeht, erwirtschafteten die Ingolstädter zwischen Januar und Juni mit etwa 2,54 Mrd Euro fast doppelt so viel operativen Gewinn wie in den ersten sechs Monaten 2010. Insgesamt verdiente Volkswagen vor Zinsen und Steuern etwa 6,1 Mrd Euro. Der Umsatz von Audi legte dank steigender Verkaufszahlen um mehr als ein Fünftel auf 21,5 Mrd Euro zu. Die Marge erreichte damit 11,8%, im zweiten Quartal sogar knapp 13%. Die Nachfrage nach Luxusautos brummt seit Monaten unvermindert.
Bedanken können sich Audi und Co dafür nicht zuletzt bei den Chinesen, die nach Premiumwagen gieren, und den Amerikanern, die nach der langen und tiefen Krise wieder vermehrt in die Verkaufsläden zurückkehren. Audi steigerte den Absatz in den ersten sechs Monaten des Jahres deshalb um fast 18% auf knapp 653.000 Wagen. Die Oberbayern peilen für 2011 einen Verkaufsrekord von mehr als 1,2 Mio Einheiten an. Das entspräche einem Plus von gut einem Zehntel.

Finanzchef Strotbek stellte in einer Pressekonferenz im Internet eine neue Absatzprognose für Herbst in Aussicht. Wenn die Verkaufszahlen für Juli und August vorlägen, könne man klarer sehen und das bisherige Ziel auf den Prüfstand stellen. Er warnte aber vor überschwänglicher Euphorie: “Die immense Staatsverschuldung bedeutender Wirtschaftsnationen, die volatile Entwicklung der Märkte und die vor allem durch Spekulationen getriebene Preisentwicklung wichtiger Rohstoffe stellt die gesamte Automobilindustrie vor große Herausforderungen.” Trotzdem wolle Audi auch in der zweiten Jahreshälfte wachsen.
Impulse verspricht man sich in Ingolstadt vor allem vom neuen A6 und dem kleinen SUV Q3. Strotbek bekräftigte, dass das ursprünglich für 2015 anvisierte Ziel von 1,5 Mio Verkäufen bereits ein Jahr früher erreicht werden dürfte. Zur Frage, ob Audi eine eigene Produktion in Nordamerika aufbauen werde, gebe es nichts neues zu berichten, sagte der Manager. Eine Entscheidung werde aber deutlich vor dem Jahr 2015 fallen. Audi spielt schon länger mit dem Gedanken, in Amerika zu produzieren.
So soll die Abhängigkeit von Wechselkursschwankungen verringert werden, die sich heute noch stark in der Bilanz niederschlagen. Die Konkurrenten BMW und Mercedes produzieren bereits seit Jahren in den USA. Als Option für Audi gilt neben einem eigenen Werk in den USA, dass die Ingolstädter im neuen US-Werk von VW in Chattanooga (Tennessee) unterschlüpfen. Vor gut einer Woche hatte es in einem Medienbericht geheißen, Audi bevorzuge einen Standort in Mexiko.