Größte Automobilhersteller weltweit im Jahr 2013 nach der Anzahl hergestellter

Größte Automobilhersteller weltweit im Jahr 2013 nach der Anzahl hergestellter Personenkraftwagen (in Millionen). – Quelle: Statista

Die Automobilbranche ist auf dem Weg, in diesem Jahr mehr als 17 Millionen Fahrzeuge abzusetzen, so viel wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Auch niedrige Zinsen und niedrige Spritpreise sowie viele veraltete Wagen auf den Straßen, die ersetzt werden müssen, verhelfen dem Neuwagenmarkt zu Wachstum. Landesweit zahlen Autofahrer derzeit in Durchschnitt lediglich 2,65 Dollar je Gallone oder rund 3,8 Liter Benzin – das ist fast 1 Dollar weniger als vor einem Jahr. Angesichts dieser Preise entscheiden sich viele Verbraucher für spritschluckende Pickup-Trucks und SUVs.

General Motors, der größte US-Autobauer, setzte im vergangenen Monat 272.512 Fahrzeuge ab, das war ein Plus von 6,4 Prozent. Ford Motor steigerte die Verkäufe um 4,9 Prozent auf 222.731 Fahrzeuge. Der italienisch-amerikanische Hersteller Fiat Chrysler erhöhte seinen Absatz um 6,2 Prozent auf 178.027 Stück.

Die japanische Nissan Motor Co steigerte ihren Absatz derweil um 7,8 Prozent, Honda legte um 7,7 Prozent und Toyota schaffte nach einem bereits starken Juli 2014 ein winziges Plus von weniger als einem Prozent.

Die sechs größten Autobauer, die zusammen rund 70 Prozent des Marktes ausmachen, steigerten ihre Verkäufe um 5,3 Prozent auf insgesamt 1,17 Millionen Fahrzeuge.

Derweil steigen auch die Preise. Laut dem Informationsdienstleister Kelley Blue Book legten die Verkaufspreise für neue Leichtfahrzeuge im Juli um 2,6 Prozent auf 33.453 US-Dollar zu.

Ford schrieb das Wachstum seinen neuen Modellen zu. Die Pickup-Serie namens F, zu der auch das wieder aufgelegten Pick up-Modell F-150 gehört, steigerte ihre Verkäufe um 4,8 Prozent auf 66.288 Stück. Der Mustang-Absatz sprang im Juli um 29 Prozent, die Explorer-Verkäufe legten um 27 Prozent zu. Bei General Motors half ein 24-prozentiger Anstieg der Nachfrage nach Pickup, Lieferwagen und SUVs der Marke Chevrolet zum besten Juli-Absatz seit 2006. Der Absatz der Marke Buick stieg mit 18 Prozent ebenfalls kräftig.

Bei Fiat Chrysler legte die Marke Jeep um 23 Prozent auf 73.216 Fahrzeuge zu, vor allem dank zweistelliger Zuwächse bei den Modellen Patriot, Wrangler und Cherokee. Chrysler wuchs um 10 Prozent.

Der Durst nach größeren Fahrzeugen hat der Autobranche gut getan. Die Hersteller, aus den USA ebenso wie aus dem Ausland, schrieben im zweiten Quartal starke Gewinne, auch dank des Beitrags aus Nordamerika. Mit Trucks und SUVs lassen sich höhere Gewinnmargen erzielen als mit Pkw. In den ersten sechs Monaten des Jahres machten Trucks mehr als die Hälfte aller Neuwagenverkäufe aus, und der Prozentsatz steigt. Der Marktanteil von Pickups stieg um einen vollen Prozentpunkt auf 12,3 Prozent, jener von Mittelklassewagen sank laut Ford um einen Prozentpunkt auf 13 Prozent.

Automarkt Statista

Quelle: Statista

Dagegen geht die Nachfrage nach spritsparenden Modellen zurück. Hybridfahrzeuge sind nicht mehr so stark gefragt wie vor einem Jahr. In den sechs Monaten per Ende Juni haben Hybrid-Elektroautos wie der Toyota Prius und C-Max oder Elektroautos wie der Leaf von Nissan auf einen Marktanteil von gerade mal 2,8 Prozent. Das ist ein Rückgang gegenüber den 3,6 Prozent im Vorjahreszeitraum 2014. Der Absatz dieser Fahrzeuge sank um 22 Prozent, während die Branche insgesamt wuchs, wie aus Daten der Marktforscher von Edmunds.com hervorgeht.

Bei den deutschen Herstellern zeigt sich im Juli dagegen ein gemischtes Bild. Während Volkswagen den Absatz um 2,4 Prozent auf 31.300 Fahrzeuge steigerte, brachte BMW mit 32.161 Einheiten 0,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat an die Kunden. Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz verbuchte mit 30.130 Fahrzeugen einen Rückgang um 2 Prozent. Einzig die Volkswagen-Tochter Audi verzeichnete einen kräftigen Zuwachs um 20,8 Prozent auf 17.654 Stück.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht