Diesel

Fahrverbote für Diesel? Geht es nach der deutschen Automobilindustrie, dann ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen. - Bild: Fotolia/BHT2000

"Wenn der Diesel-Gipfel in der kommenden Woche in Berlin ein überzeugendes Konzept erarbeitet, sehe ich durchaus Chancen, dass das Bundesverwaltungsgericht als höchste Instanz zu einem anderen Ergebnis kommen könnte als Stuttgart", sagte der Präsident des Branchenverbands VDA, Matthias Wissmann, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es gebe intelligentere Lösungen als Fahrverbote, um die Luftqualität in Städten zu verbessern.

Wissmann zufolge will die Autoindustrie der Bundesregierung und den Bundesländern beim "Diesel-Gipfel" in der kommenden Woche anbieten, Autos der Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6 mit neuer Software für die Motoren nachzubessern. "Im Ergebnis soll das die Schadstoffe in der Luft mindestens so stark reduzieren wie Fahrverbote", kündigte Wissmann an.

Mit neuer Software lasse sich der Ausstoß von Stickoxiden im Schnitt der deutschen Fahrzeugflotte zum mindestens 25 Prozent senken, "ohne dass das Fahrzeug mehr Kraftstoff verbraucht oder sich die Leistung verändert."

Der VDA-Präsident sagte, die Hersteller würden die Kosten für die Umrüstung übernehmen: "Für die deutschen Hersteller ist klar, die Kosten dürfen nicht an den Kunden hängen bleiben." Eine Nachrüstung mit neuen technischen Bauteilen sei "technisch und wirtschaftlich nicht machbar", weil die Fahrzeuge schon zu alt seien.

"Die Politik sollte stimulieren, nicht strangulieren." - Matthias Wissmann, VDA-Präsident

Wissmann forderte die EU-Kommission auf, präzisere gesetzliche Vorgaben zu machen. "Die Politik sollte Ziele vorgeben, etwa für weniger Schadstoffe oder mehr Klimaschutz, und das in einem präzisen gesetzlichen Rahmen". Seine eigene Branche forderte der VDA-Präsident dazu auf, sich an diese Regeln zu halten: "Die Regulierer müssen Graubereiche vermeiden. Und wir in der Industrie sind allgemein gut beraten, mit den Grenzen der Regulierung sensibel umzugehen."

Problematische Entwicklung

Die Manipulationen bei Abgaswerten seien möglich gewesen, weil die EU-Regulierungen zu große Spielräume eröffnet hätten. Er räumte ein, es habe "mehr als problematische Entwicklungen in einigen Unternehmen" gegeben. Jetzt gelte es, das verlorene Vertrauen wieder aufzubauen.

Politische Vorgaben wie in Großbritannien, wo ab dem Jahr 2040 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden sollen, lehnte Wissmann ab. "Solche fixen, politisch gesetzten Daten bringen nichts. Die Politik sollte stimulieren, nicht strangulieren." Auch im nächsten Jahrzehnt werde ein Großteil der Autos noch konventionell angetrieben. Es werde eine Übergangsphase geben, in der mehrere Antriebsarten nebeneinander existieren würden.

Trotz Dieselgate: VW einer der leistungsstärksten Autobauer

  • Platz 1: Toyota Mirai. - Bild: Toyota

    Platz 1: Toyota Mirai. - Bild: Toyota

  • Platz 2: Daimler. - Bild: Daimler

    Platz 2: Daimler. - Bild: Daimler

  • Platz 3: Volkswagen-Konzern. - Bild: VW

    Platz 3: Volkswagen-Konzern. - Bild: VW

  • Platz 4: General Motors mit Tochtermarke Opel. - Bild: Opel

    Platz 4: General Motors mit Tochtermarke Opel. - Bild: Opel

  • Platz 5: BMW. - Bild: BMW

    Platz 5: BMW. - Bild: BMW

  • Platz 6: Honda CR-V. - Bild: Honda

    Platz 6: Honda CR-V. - Bild: Honda

  • Platz 7: PSA-Konzern. - Bild: PSA

    Platz 7: PSA-Konzern. - Bild: PSA

  • Platz 8: Hyundai/Kia. - Bild: Hyundai

    Platz 8: Hyundai/Kia. - Bild: Hyundai

  • Platz 9: Subaru. - Bild: Subaru

    Platz 9: Subaru. - Bild: Subaru

  • Platz 10: Suzuki. - Bild: Suzuki

    Platz 10: Suzuki. - Bild: Suzuki