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In einer noch unveröffentlichten Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) bewerten 62 Prozent der Befragten das Engagement der Hersteller bei der Dieselproblematik als schlecht.

Aus der noch unveröffentlichten Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) geht hervor: 62 Prozent der Befragten bewerten das Engagement der Hersteller bei der Dieselproblematik als schlecht. Dow Jones Newswires hatte Einblick in die Ergebnisse.

Konzerne werden geschont

Von den 62 Prozent beurteilen 30 Prozent die Rolle von Deutschlands Spitzenindustrie als eher schlecht und 32 Prozent als sehr schlecht. Den Umgang der Politik mit dem Dieselproblem beanstanden sogar 67 Prozent - davon 41 Prozent als eher schlecht und 26 Prozent als sehr schlecht.

"Die Politik schont die Automobilindustrie, anstatt die Verbraucher und deren Interessen in den Mittelpunkt zu stellen", kritisierte vzbv-Chef Klaus Müller. Über zwei Jahre nach Bekanntwerden des Abgasbetrugs durch Volkswagen müssten nun endlich verlässliche Lösungen für die Autobesitzer gefunden werden, um Fahrverbote zu verhindern. "Die Verursacher der Dieselkrise müssen alles tun, um Vertrauen zurückzugewinnen", mahnte Müller.

Autobauer sollen zahlen

Der oberste Verbraucherschützer pochte darauf, dass die Autobauer alle Kosten für Nachrüstungen tragen müssten und ihren Kunden Garantien für Lebensdauer und Leistung der Motoren ausstellen. Außerdem will er mit am Tisch sitzen, wenn sich kommenden Dienstag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit Ländern und Kommunen trifft, um über Wege aus dem Schlamassel zu beraten.

Durch überhöhte Stickoxidwerte drohen in vielen deutschen Städten im kommenden Jahr Fahrverbote für Selbstzünder. Im September 2015 hatte die Aufdeckung des VW-Abgasbetrugs die Debatte um den Diesel entfacht.