Wie wichtig den deutschen Autobauern das Thema TTIP ist, unterstreicht auch die Anwesenheit von

Wie wichtig den deutschen Autobauern das Thema TTIP ist, unterstreicht auch die Anwesenheit von Porsche-Chef Matthias Müller und VW-Konzernlenker Martin Winterkorn in Berlin. - Bild: VW

Normalerweise sind sie Konkurrenten und fahren meist ganz unterschiedliche Linien. Ohnehin vermeiden die Autokonzerne gern jede Positionierung mit politischen Forderungen. Doch nun machen Deutschlands mächtigste Auto-Bosse eine Ausnahme und werben gemeinsam für das umstrittene Freihandelsabkommen Transatlantic Trade and Investment Pact, kurz TTIP.

In der Berliner Zentrale des Verbands der Automobilindustrie (VDA) erläutern Deutschlands Automobilhersteller am heutigen Mittwoch gemeinsam, warum sie im Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA große Vorteile sehen. “Die kontroversen Debatten zeigen: Es gibt viele Vorbehalte gegen TTIP. Wir sehen vor allem die Chancen, denn Freihandel schafft Wohlstand. Worin die Potenziale einer engen transatlantischen Kooperation liegen, möchten wir Ihnen gern erläutern”, schriebt der VDA in seiner Einladung an die Presse.

Für Aufsehen sorgt vor allem die prominente Besetzung der Veranstaltung: Die Vorstandschefs Martin Winterkorn (Volkswagen-Konzern), Dieter Zetsche (Daimler), Norbert Reithofer (BMW), Rupert Stadler (Audi) und Matthias Müller (Porsche) teilen sich das Podium mit Bosch-Chef Volkmar Denner, Arndt Kirchhoff vom Autozulieferer Kirchhoff Automotive und Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes, der seit Juni 2013 auch als Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland fungiert.

Einen solchen öffentlichen Auftritt der versammelten deutschen Auto-Elite für ein politisches Ziel hat es bislang noch nie gegeben. Doch für die Autobauer steht aufgrund des wachsenden Widerstands in der Bevölkerung gegen TTIP viel auf dem Spiel. Denn die Branche würde vom geplanten Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen zwischen Europa und den USA stark profitieren.

Karoline Kopp