Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne: Sein Autokonzern muß mehr als eine halbe Million Fahrzeuge

Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne: Sein Autokonzern muß mehr als eine halbe Million Fahrzeuge wegen defekter Bauteile, die zu einem Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug führen können, zurückkaufen. - Bild: Chrysler/GreenMe

Im Rahmen eines Vergleichs mit der zivilen US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (NHTSA) werden zudem Rückrufaktionen des italienisch-amerikanischen Autobauers bis zu vier Jahre lang von unabhängiger Seite überprüft, wie am Sonntagabend bekannt wurde. Das Wall Street Journal hatte am Vortag über die Strafen berichtet, auf die sich der Autobauer mit der NHTSA geeinigt hat.

Es sei die höchste Strafe, die die Behörde bisher verhängt habe.

Den Behörden zufolge hat Fiat Chrysler unter anderem verspätet auf Sicherheitsmängel reagiert, diese nicht angemessen behoben und Behörden irregeführt. 20 Millionen Dollar des Bußgeldes sollen nun dazu verwendet werden, Hersteller zu einer besseren Rückrufpraxis zu erziehen.

Konzern bietet Rückkauf eigener Autos an

Fiat Chrysler muss zudem mehr als eine halbe Million Fahrzeuge wegen defekter Bauteile zurückkaufen, die zu einem Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug führen können. Dazu gehören Jeep-Geländesportwagen, deren Besitzern aber auch die Möglichkeit gegeben wird, die Wagen reparieren zu lassen.

Die Einigung wurde nur wenige Tage bekannt, nachdem der Autobauer in den USA wegen Cybersicherheitsmängeln 1,4 Millionen Autos in die Werkstätten zurückbeorderte. Zwei Computerexperten hatten Sicherheitsmängel in der Bordelektronik von Fahrzeugen aufgedeckt, indem sie via Laptop und Internet die Kontrolle über einen fahrenden Jeep Cherokee übernahmen. Sie wollten damit auf ein Thema aufmerksam machen, das Autobauer ihrer Meinung nach schon allzu lange ignorieren: Denn fast alle modernen Autos beinhalten Computerfunktionen, auf die Hacker potenziell zugreifen können.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke