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Kurt-Peter Manns ist., Director ME Strategies & Planning Opel/Vauxhall Europe und spricht auf dem Kongress "Maschinenbau vorausgeDACHt". - Bild: Opel

Produktion: Wie wird sich die Digitalisierung der Produktion auf die Produktion von Autos auswirken?

Kurt-Peter Manns: „Über sämtliche Unternehmensbereiche hinweg ist die Digitalisierung bei Opel allgegenwärtig. Auch in den frühen Entstehungsphasen eines Projekts – sprich in Entwicklung und Design – spielt sie eine wichtige Rolle: Stichwort 3D-Druck und Augmented Reality. In der Produktion wird die Digitalisierung ebenfalls zunehmend bedeutsamer: So trainieren beispielsweise Produktionsmitarbeiter virtuell mittels Spielekonsole neue Montagetätigkeiten. Außerdem sind Datenbrillen und Smartwatches sowie Handscanner aus der Produktion kaum mehr wegzudenken.

Und die Produktionssteuerung sowie -überwachung erfolgt in Echtzeit per Smartphone. Kollaborierende Roboter werden zudem künftig in der Produktion nicht nur Ergonomie und Flexibilität erhöhen, sondern auch die Effizienz. Das größte Potenzial liegt in der Vernetzung der Produktionsabläufe, die die Komplexität im Werk und damit die Individualisierung beherrschbar machen und so einen Kundenmehrwert generieren werden.

Produktion: Was dürfen Ihre Kunden erwarten, was ist möglich, wo liegen die Grenzen?

Manns: „Autos werden immer mehr zu rollenden Computern und damit fester Bestandteil der digitalen und vernetzten Welt. Zum einen werden die zunehmend intelligenteren Assistenzsysteme zu einem Gesamtsystem miteinander vernetzt. Zum anderen vernetzt sich das Auto mit dem Fahrer, anderen Verkehrsteilnehmern und der Infrastruktur. Der Fahrer wird dadurch unterstützt, der Verkehr wird schneller und trotzdem sicherer und effizienter.

Die Industrie wird sich in den kommenden fünf Jahren dadurch stärker verändern als in den fünf Jahrzehnten davor. Vier große Zukunftstrends prägen den Wandel: Der Antriebsstrang der Zukunft ist elektrisch, alle Fahrzeuge sind jederzeit vernetzt und Teil des Internets, individuelle Mobilität erfordert nicht unbedingt ein eigenes Auto und Robo-Taxis werden das Straßenbild beherrschen. Opel ist bei all diesen Trends dabei: Mit dem Opel Ampera-e haben wir Elektromobilität alltagstauglich gemacht.

Bei der Vernetzung setzen wir mit dem persönlichen Online- und Service-Assistenten Opel OnStar mit 4G/LTE WLAN-Hotspot Maßstäbe im Volumensegment und bieten dem Kunden ein umfassendes Paket von Serviceleistungen. Das autonome Fahren schließlich bietet großartige Chancen, den Individualverkehr sicherer zu machen. Gleichzeitig gewinnen die Mitfahrer Zeit im Fahrzeug, die anderweitig genutzt werden kann.“

Produktion: Wird es im Zuge der ‚Digitalisierung der Produktion’ auch zu einer stärkeren Vernetzung von OEMs und Zulieferern sowie von OEMs und Kunden kommen?

Manns: „Das geschieht bereits. Die Potenziale zu heben, die Industrie 4.0 und die Digitalisierung bieten, setzt eine enge Zusammenarbeit verschiedener Unternehmenseinheiten voraus. Dazu haben wir ein bereichsübergreifendes Arbeitsteam gegründet, das ständig weitere Chancen identifiziert.

Ein anderes gutes Beispiel dafür ist unser innovatives Logistikkonzept, das Fahrzeugaufträge und Materialversorgung vernetzt. Durch unser System werden eingehende Fahrzeugaufträge unter simultaner Berücksichtigung der Materialverfügbarkeit in Echtzeit gesteuert. Unsere Kunden nutzen bereits intensiv OnStar-Dienstleistungen per Knopfdruck via Telefonanruf im OnStar Service Center und lassen sich über monatliche E-Mails mit Statusberichten zum Fahrzeug versorgen.“

Kurt-Peter Manns, Director ME Strategies & Planning Opel/Vauxhall Europe, spricht am 17. März 2017 (Thema: ‚ Automobilindustrie 4.0: Vom Reißbrett auf die Straße’) auf dem Kongress ‚Maschinenbau vorausgeDACHt’, den VDMA, FMMGI und Swissmem, die Maschinenbauverbände Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, veranstalten. Anmeldung unter www.maschinenbauvorausgedacht.eu.

Das ist der Kongress „Maschinenbau VorausgeDACHt“

Erstmals laden drei große Maschinenbauverbände zusammen mit der Fachzeitung Produktion länderübergreifend gemeinsam ein. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Fachverband Metalltechnische Industrie, Österreich, und der Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) wissen um die enorme Bedeutung und die großen Chancen der Digitalisierung und unterstützen ihre Mitglieder schon seit Jahren in der Umsetzung von Industrie 4.0.

Stärken wir gemeinsam den Dialog zum Thema Industrie 4.0 innerhalb der Maschinenbaubranche. Seien Sie dabei!

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